Band 
I.ter Theil.
Seite
358
JPEG-Download
 

358 Fuͤnfte Abtheil. Erſtes Cap.

Sommers nicht einmahl uͤber die Gegend, wo die Duͤnſte in Re-gen zuſammen flieſſen. Die Sonnenſtrahlen, welche zur Som-merzeit lothrecht ankommen, machen die Duͤnſte feiner, welchenoch mehr zerſtreuet und vertheilet werden, wenn ſie bis in dieGegend empor kommen, wo der ſtaͤrkere Suͤdwind wehet. ZurWinterzeit ſenket ſich der ſtaͤrkeſte Suͤdſtrom, die Waͤrme iſtauch geringer, daher verdicken ſich die meiſten Duͤnſte in Nebel.Gegen Mittag wird die Wuͤrkſamkeit der Sonne ſtaͤrker, danndringen die feinſten Duͤnſte durch die Windgegend in die Höͤhe,und machen ſo duͤnne Wolken, daß man die Sonne dadurch ſe-hen kann. Sie ſind alzu fein um eine Menge ſolcher Tropfen zugeben, die durch den Suͤdſtrom hinab dringen koͤnnen. Daherhat man hier und bis zu Guayaquils Meerbuſen nie Regenzeit,wozu der Sandgrund und Mangel an Holz auch vieles bey-tragen.

§. 144.

Auſſer den Wendekreiſen, bis zu 23 ½ Grad von den Polen, iſtes anders beſchaffen, doch iſt es begreiflich, daß die Nachbar-ſchaft der Wendekreiſe, den heiſſen Climaten mehr oder wenigergleich kommen müſſe.

Die laͤngſten Tage nehmen gegen die Pole zu, und zwar ſoweit, daß ſie 24 Stunden werden koͤnnen. Die Daͤmmerungenwerden auch laͤnger, und waͤhren an einigen Orten die ganzeNacht, welches zu Upſal im Junius, Julius, und einem Theilevom Auguſt geſchiehet.

Die Veraͤnderungen des Barometers gehet aufs Jahr aufzween Zoll. Die Verſchiedenheit der Waͤrme iſt noch groͤſſer.In Algier iſt die kaͤlteſte Nacht, nach eines Jahrs Beobachtun-gen, 13 Grad, und die groͤßte Hitze 32 Grad geweſen; doch ſinddie Sommernaͤchte nur einige Grade kuͤhler, als die Tage. InParis iſt ſeit 1695 die ſtrengſte Kaͤlte kaum auf 20 Grad unterden Gefrierungspunct gegangen, und auch das nur ſehr wenigemahl,