Band 
I.ter Theil.
Seite
359
JPEG-Download
 

Von regelmaͤßigen Veraͤnderungen. 359

mahl. Dagegen iſt die Sommerwaͤrme 25 bis 30 Grad, undgehet kaum uͤber 365. Zu Upſal iſt der Thermometer von 1739an nicht hoͤher, als 32 Grad geweſen, und auch die Kaͤlte hat ihnnicht weiter den Gefrierungspunct hinab gebracht. Die Kaͤltein Aſtracan und Quebeck iſt ſtrenge, obgleich beyde Oerter fuͤd-licher liegen, als Paris; am erſtern Orte gieng ſie 1746 aufzo* Grad, und am letztern 1743 auf 41 Grad unter dem Gefrie-rungspunct; aber das bedeutet doch nichts gegen die SiberiſcheKaͤlte. Der Thermometer fiel 1735 zu Tomſkoi, welches einwenig nordlicher iſt, als Schonen, auf 67; zu Kirenga unterderſelben Polhoͤhe 1737 und 1738 auf 81; und zu Jeniſey, einenGrad ſuͤdlicher, als Stockholm, auf 87 ½⅜ Grad den 15 Januar1735, da doch in Torne faſt unter dem Polarkreiſe, die aͤuſſerſteKaͤlte 46 Grad geweſen war(5). Es iſt merklich, wenn in Eu-ropa ſtrenge Winter eingefallen, daß ſie dann in Groͤnland un-gewoͤhnlich gelinde geweſen ſind. In dem Winter von 1739 und1740, kamen in der Gegend von Diſco im Jenner wilde Gaͤnſean, und das Eis war im Maͤrz weg, da es ſonſt vom Octoberbis zum May zu liegen pfleget. Eben ſo war es 1753. Es ſolloft im Sommer kaͤlter ſeyn, als es damals zuweilen im Wintergeweſen, doch ſoll auch dies nicht allezeit ſo eintreffen(55).

Die Winde ſind frey und unbeſtaͤndig.

Wenn die Sonne in dem Wendekreiſe des Krebſes ſtehet,iſt ſie dem Scheitelpuncte aller derer, die weiter nach Nordenwohnen, ſo nahe, als ſie je kommen kann, daher ſcheinet es, daßdie Sommerwaͤrme in der nordlichen Halbkugel dann am groͤßtenſeyn muͤſſe. Aber die Erfahrung zeiget, daß ſolches anders be-ſchaffen ſey. Sie findet ſich gemeiniglich nicht ehe ein, als 5 bis6 Wochen nach der Sonnenwende. Es gehet hier grade eben ſo,wie an jedem Sommertage. Zu Mittage, wenn die Sonne amhoͤchſten ſtehet, iſt die Hitze nicht am groͤßten, ſondern ohngefaͤhr

. zwo

(à) S. Herr Wargentins Af: Handl. 1257.handi, om Climater Wiſſenſ. Acad.(bb) Cranz 1.«,