Von regelmaͤßigen Veraͤnderungen. 36r
raubet; ein Theil Voͤgel fliegen weg; ein Theil liegt, ſo wie ei-nige andere Thiere, in einem toͤdtlichen Schlummer; und dieunzaͤhlbaren Schaaren Inſecten ſind unſichtbar, u. ſ. w. Aber,wenn die Sonne ſich naͤhert, faͤnget es an warm zu werden, wo-durch fuͤrnemlich alles in Leben und Bewegung erhalten zu wer-den ſcheinet; nach und nach nimmt ſolches dergeſtalt zu, daß dieNatur wieder lebendig wird; das Winterkleid wird ausgezogen;Baͤume und Gewaͤchſe fangen an zu ſchieſſen; Inſecten, Voͤgelund Thiere kommen hervor, und freuen ſich gleichſam uͤber dieſeVeraͤnderung, welche man uͤberhaupt Fruͤhling nennet. DieKoͤnigl. Wiſſenſchafts⸗Academie in Stockholm ließ vor einigenJahren die Witterung im Calender ſo anſetzen, als ſie 19 Jahrvorher war beobachtet worden, um genauer zu erforſchen, ob dieLage des Mondes in dieſer Betrachtung eine Wuͤrkung auf unſe-re Erdkugel habe. Der Ausgang hat auch bewieſen, daß esbeſſer eingetroffen, als man es zu vermuthen gewagt hat. Esiſt dies ein Umſtand von ſehr groſſer Wichtigkeit, ſowohl in derNaturkunde als Haushaltungskunſt.
So ſind auch ſuͤdlich von dem Wendekr⸗iſe des Steinbocks,die Jahrszeiten beſchaffen, aber doch in umgekehrter Ordnung,ſo daß da Winter iſt, wenn wir Sommer haben, u. ſ. w. Hieriſt auch gemeiniglich die Kaͤlte ſtaͤrker, als bey gleicher nordlichenEntfernung von der Linie, wovon bereits verſchiedene Beweiſeangefuͤhret ſind(c). Man koͤnnte muthmaſſen, daß ſolches da-her ruͤhre, weil die Sonne waͤhrend ihres Winters am weiteſtenvon der Erde entfernet iſt, aber ſolches ſcheinet dadurch erſetzt zuſeyn, daß ſie ihren Sommer haben, wenn ſie der Erde am naͤch-ſten iſt. Eine ſtaͤrkere und vermuthlich die groͤßte Urſache, be-
ſtehetim Schatten und freyer Luft 25 Gr.(c)§. 27. Das Feuerland liegtunter dem Gefrierungspuncte ſtand, ungefaͤhr eben ſo weit von der Li-
er im tiefen Schnee eingegraben nur nie als Edimburg, aber hat ein weit9 Gr. ſtand. unterſchiedenes Climat.
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