Band 
I.ter Theil.
Seite
362
JPEG-Download
 

362 Fuͤnfte Abtheil. Erſtes Cap.

ſtehet darin, daß die Sonne 8 Tage laͤnger in den nordlichen Zei-chen verweilet, als in den ſuͤdlichen, wodurch ihr Winter 8 Tagelaͤnger waͤhret, als unſerer, und ihr Sommer eben ſo viel kuͤrzeriſt, welches uns jaͤhrlich 2 mehr Waͤrme giebt, als den ſuͤdli-chen Laͤndern.

Der Rebel plaget eigentlich warme und kalte Laͤnder. Terre-neuve, Hudſons Meerenge, Coromandel, u. m. ſind davonBeweiſe; aber die ſuͤdliche Haͤlfte der Erdkugel ſcheinet ihm be-ſonders ausgeſetzet zu ſeyn, ſollte dies nicht von der ſtaͤrkern Kaͤl-te und von den mehrern Eisbergen herruͤhren(d)?

Wir haben bereits die verſchiedenen Urſachen angefuͤhret,welche machen koͤnnen, daß unter einerley Breite nicht gleicheWaͤrme iſt(2). Dieſe Urſachen haben auch auf den Wechſel derJahrszeiten einen Einfluß. Das merkwuͤrdigſte iſt, daß an denkaͤlteſten Orten ſo wie an den waͤrmeſten faſt nur zwo Abwechſe-lungen ſind, Sommer und Winter. Herbſt und Fruͤhling ſindſo kurz, daß ſie faſt unmerklich werden. Der Schnee ſchmelzetnicht ehe, als gegen die Sonnenwende, aber dann geſchiehet esſehr geſchwinde und oft in 8 Tagen, nach andern 8 Tagen iſt allesgruͤn, und in 5bis 6 Wochen, hat alles ausgebluͤhet und ſchon rei-fen Saamen, da ſich dann der Winter eben ſo geſchwinde wiedereinſtellet(f). Die Urſache hievon ſcheinet zum Theil darin zuliegen, daß die Sonne laͤnger uͤber den Horizont verweilet. Eineſchwaͤchere Wuͤrkung, die laͤnger anhaͤlt, kann oft mehr ausrich-ten, als eine heftige, die bald aufhoͤret. Die Sonne ſtehet wohlniedrig, aber gegen den Polarkreiſen gehet ſie zur Zeit der Son-nenwende kaum unter, ſondern erwaͤrmet faſt beſtaͤndig gleichſtark. Der

(a) Bouvet ward 2 Monathe vom us, und den 10. ſchneyete es. DenNebel beſchweret, aber nicht nach 11. ſchien die Sonne zum erſten

dem zoſten Januar. mahl klar. Der Schnee ſchmelzete10) 9. 141 geſchwinde, und den 15 war das89 9. eF. Feld mit Blumen bedeckt. Den 18.

9 Als Prof. Gmelin auf ſei⸗ war das Gras 1 Fuß und den 29.ner ſiberiſchen Reiſe nach Manga⸗ 1 ½ Fuß lang, ſo daß man es bey-eja kam, fror es noch den 9. Juni⸗ nahe wachſen ſehen konnte.