Von regelmaͤßigen Veraͤnderungen. 353
Der Froſt gehet an einigen Orten ſo tief, daß es daſelbſtnicht ganz und gar aufthauet. Bey Jakuzk ſoll er gegen 100Fuß eindringen, und im Junius nur etwa 3Fuß aufthauen(&).Um Nelſons Hafens in Nordamerica, ging er 1746 uͤber 16Fuß, aber das iſt ſelten(h), und in Schweden gehet er ſeltenuͤber einige Fuß tief.
§. 145-
Ueber den Polarkreiſen wird es nicht Nacht, wenn die Son-ne an dem naͤchſten Wendekreis ſtehet; ja gegen 67 ½ Grad Brei-te iſt der laͤngſte Tag einen Monath lang. Grade unter denPolen iſt nur eine Nacht und ein Tag im ganzen Jahre, undzwar ſehr lange Daͤmmerungen, ſo daß unter dem Nordpol die
Nacht nicht laͤnger gerechnet werden kann, als vom 12 Novemberbis den 28 Januar, und unter dem Suͤdpol vom in May bis den1 Auguſt..
Die Kaͤlte iſt hier ſtrenge, indeſſen hat man doch wenigemit dem Thermometer gemachte Beobachtungen. Im Jahr1758 vom May bis Anfang Julius und zwiſchen 70 und 80 Gr.Breite, ſtieg der Thermometer hoͤchſtens zu 8 Gr., naͤmlich den28 und 29 Junius, ſonſt fror es meiſtens taͤglich, und den 24Jun. 6 U. vor Mittage ſtand er 3Grad unter dem Gefrierungs-punct. Den 1 Jul. hoͤrte der Schnee auf Spitzbergen, zwi-ſchen 729 und 80 Grad Breite auf, zu ſchmelzen. Damahls wa-ren auch einige Alpengewaͤchſe heraus, aber ſie bluͤheten nochnicht(1). In andern Jahren duͤrfte es hier gelinder ſeyn(*).
85 2 Die(2) In dem Archiv dieſer Stadt(b) Ellis, Samml. Neuer Rei-findet ſich eine Nachricht, daß man ſen Tom. I.
1685 vom 27 Julius bis den 1.Nov. und 1686 vom 1. April bisden 25 Julius an Aufgrabung einesBrunnens, aber vergebens, gearbei-tet habe. Denn in der Tiefe von 91Fuß war die Erde hart und beſtaͤn-dig gefroren. S. Gmelins ReiſeTFom. IIL.
(i) Martin W. Acad. Hand. 1758.(½) Hudſon ſagt, daß er den 21.Jun. unter 73 Grad Breite mehrals temperirte Waͤrme gefunden ha-be, aber den 2. Jul. unter ſelbigerBreite ſcharfe Kaͤlte. G. de Weerfand es im Junius unter 80 Gradgruͤn,