366 Fuͤnfte Abtheil. Zweytes Cap.bF&vNvFJbhs vFeX,-
Zweites Capitel.Von zufaͤlligen Veraͤnderungen.
§. 146.
D'. Erdrinde leidet von Menſchenhaͤnden viele Veraͤnderun-gen. Waͤlder werden ausgehauen; Waſſer abgeleitet,oder geſtauet; Canaͤle gegraben(un); Fluͤſſe vereiniget; Ber-ge abgetragen; Felder aufgebrochen, u. m. Dergleichen Dingeſind oft vermoͤgend, das Clima eines Orts zu veraͤndern. Wil-de und kalte Laͤnder werden durch Aushauen der Waͤlder und Auf-brechung der Felder milder, doch kann die Waͤlderverwuͤſtung ſoweit getrieben werden, daß das Land endlich ein unbewohnbarnacktes Land wird. Zwiſchen den Wendekreiſen duͤrfte die Ver-wuͤſtung der Waͤlder die Regenzeit an einigen Orten vermindern,oder ganz aufheben, wodurch eine ſolche Stelle von der Hitze ver-dorren und bald in eine Wuͤſte verwandelt werden wuͤrde. Aberes iſt jetzt die Abſicht nicht, andere Veraͤnderungen zu betrach-ten, als ſolche, welche die Natur, ſich ſelbſt gelaſſen, taͤglich
hervorbringet.
§. 147.
Daß die Oberflaͤche an vielen Orten langſamer oder ge-ſchwinder ſinke, kann aus vielen Denkmalen bewieſen werden.Die Mauer, welche die Roͤmer im zweiten Jahrhundert quer
durch
ſerleitungen bis nach Canton zu Waſ-ſer kommen. Die Theile des Ca-nals machen zuſammen in der Laͤnge
(un) Ich will nur ein Exempelanfuͤhren. Ganz China iſt mit ei-ner unbeſchreiblichen Menge Waſ-
ſerleitungen durchſchnitten. Dergroſſe oder Koͤnigs⸗Canal theilet Chi-na in Norden und Suͤden in zweenTheile. Er faͤngt an in der Land-ſchaft Peking, und man kan ver-mittelſt deſſelben, und der Beyhuͤlfevon verſchiedenen natuͤrlichen Waſ-
ungefaͤhr 150 Meilen aus, und dieSeen und Fluͤſſe ungefaͤhr eben ſoviel. Ihre Landwege ſchaffen oftſtarke Anfuͤllungen und Abzapfungenvom Waſſer. S. Hiſtoire moder-ne des Chinois.