Von zufaͤlligen Veraͤnderungen. 367
durch Schottland vom einem Meere zum andern auffuͤhreten,ſtehet nun da, wo einige Ueberbleibſel davon gefunden werden,faſt gaͤnzlich unter der Erde. Der Wall von Erde gleichfalls,welchen Hadrian im Jahr 123 quer durch Engelland von New-caſtle bis Carlisle aufwerfen ließ, welchen Severus von Stein,und der General Aetius 430 noch ſtaͤrker von Ziegel 12 Fuß hochauffuͤhren ließ, dieſen Wall findet man noch an einigen Orten,aber unter der Erde, welches durch Ueberfuͤllung in einer magernund kaum aufgebrochenen Gegend nicht hat geſchehen koͤnnen(p).Man findet auf gleicher Weiſe, daß der Boden von Italien an-ſehnlich veraͤndert worden, wovon die bekannten Buͤrgermei-ſterwege jetzt unwiderſprechliche Zeugen ſind. Der Cenſor Ap-pius Elaudius ließ vor 2138 Jahren einen Weg 14 Fuß breit,und von Rom nach Capua in grader Lnie anlegen, zu welchemEnde verſchiedene Berge tief durchgehauen werden mußten. DerGrund ward ſo feſt gemacht, und die Fugen ſo dicht, daß manda, wo er ſich erhalten hat, nicht mit einer Degenſpitze zwiſchenden Steinen hineinſtechen kann. Nichts deſtoweniger iſt dieſerWeg nun ganzer 10 Meilen, von Rom bis Torre delle Mole,unbrauchbar; indem er bald uͤber ſo ſteile Hoͤhen, bald durch ſotiefe Thaͤler gehet, daß Reiſende ſich deſſelben nicht bedienen koͤn-nen. Endlich verlieret er ſich in dem groſſen Pontiſchen Sumpf,aber kommt bey Torre delle Mole wieder hervor, und mankann ihm ſtuͤckweiſe im Sande laͤnger oder kuͤrzer folgen, und zu-weilen auf 2 Viertheil Meilen. Gegen S. Agatha verlieret erſich wieder. Der Flamminiſche Weg, welcher quer durch J-talien, von Rom nach Rimini, vor 198 Jahren angelegetworden, hat gleiche Veraͤnderungen erlitten. Aber hiebey iſtes etwas beſonders, daß ein Theil zwiſchen Otricoli und CaſtelNuovo, ohngefaͤhr 3 Meilen lang, lange Zeit unter der Erdegelegen, und nachher wieder zum Gebrauch der Reiſenden hervorgekommen(q). Die
(p) S. Hr. Canzleyrath Ferner Tal om Wattuminfkningen. S. 40.(%) Ebendaſ. S. 43.