Von zufaͤlligen Veraͤnderungen. 379
gend mit graͤulichem Gepolter erſchuͤttert. Der Brand hoͤret ei-ne gewiſſe Zeit auf, aber entzuͤndet ſich wieder, und ſcheinet indeſ-ſen nur neue Kraͤfte zu ſammlen. Ein Theil feuerſpeyender Ber-ge verloͤſcht gaͤnzlich, aber dann fangen auch andere Berge an zubrennen, die vorher nie entzuͤndet geweſen. In Europa ſindwenige dergleichen. Hecla auf Island iſt beruͤhmt. Er ſollzuerſt ausgebrochen ſeyn im Jahr 1104. Nachher hat er gebrannt1157, 1222, 1300, 1341, 1362, 1389, 1558, 1638 und 1693(2).
Seitdem hat er nicht einmahl geraucht, aber Krafle, Roble-gau und Hraike ſcheinen an ſeiner Stelle Feuerſtaͤdte gewordenzu ſeyn(a): Der Hecla hat feuerfangendes Waſſer(5), Bim-ſtein, Aſche, ja ganze Stroͤme Schwefel(c) ausgeworfen. Denzten April 1766 ſieng der Hecla wieder an, unter heftigem Erd-beben Feuerflammen, Sand und Steine auszuwerfen. An derSuͤderſeite wurden dadurch 9 Hoͤfe zerſtöͤhret,, und eine Meag-Vieh ſtuͤrzte..
Von Groͤnlands feuerſpeyenden Bergen bar man raae zaverlaͤßige Nachricht(d).
Die Berge in Auvergne haben vor dieſem Feuer geſpieen,ob man gleich in der Geſchichte davon keine Nachricht findet.Wolwic hat eine coniſche Figur, wie die meiſten feuerſpeyen-den Berge. Der Fuß beſtehet aus es Granit, woruͤber
Bbb 2 ein
(2) Pontoppidan.
(a) Horrebow Nachricht von Je-land S. -
(2) Vo. au Nord. Tom. I.
(0 Pontoppidan berichtet, daßdavon zum Behuf der DaͤniſchenPulver⸗Fabrik geholet worden.
(d) Kircher(M. S. Tom. I.)berichtet von Barth. Zenetus, eiunemVenetianer und Daͤniſchen Admiral,daß er guf Grönland einen Feuer-ſpeyenden Berg gefunden habe, andeſſen Fuſſe die Dominicaner Moͤn-che ein Kloſter von dem Bimſtein,den der Berg ausgeworfen, aufbau-
en laſſen, welcher die Eigenſchaft ge-habt, daß er geklebet, wie Juͤden-pech, wenn er mit Waſſer befenchtetworden. Das Waſſer aus einerwarmen Quelle ſollen die Moͤnchedurch Roͤhren nach dem Kloſter ge-leitet, und damit ihre Zimmer er-waͤrmet, dabey gekocht und gebackenhaben. Cranz berichtet, daß diesSt. Thomas Kloſter in der daͤni-ſchen Chronik von Groͤnland erwaͤh-net werde, aber nicht in alten islän-diſchen Schriften. Es ſoll auf einerInſul grade in Weſten von Groͤn-lands aͤuſſerſter Landſpitze gelegenhaben. Die Inſul heiſſet Onartock.