Von zufaͤlligen Veraͤnderungen. 385
durch dieſelben hervor dringet. Aber dagegen naͤhren und unter-halten Steinkohlen und Schifer den Brand, wenn er einmal ei-nen Anfang genommen.
Die gewaltigen Erſchuͤtterungen, Ausbruͤche, Auswuͤrfe,Laveſtroͤme u. m., entſtehen von dem Ausbruche der Luft undDuͤnſte. Da, wo eine ſolche Gaͤhrung und Hitze entſtehet, de-ren vorher erwaͤhnet worden, wird die Luft umher ausgedehnet,es kommt neue Luft, und eine anſehnliche Menge elaſtiſcher Duͤn-ſte hinzu. Alle dieſe Materien ſuchen einen Ausgang. Nunweiß man, daß die Luft an der Erdoberflaͤche in einem leeren Re-cipienten gegen zwanzig mahl ſtaͤrker hineinfaͤhret, als der ſtaͤrk-ſte Sturm fortgehet, das iſt, in einer Secunde 1383 Fuß durch-laͤuft(p). Mit was vor Heftigkeit muß dann nicht die einge-ſchloſſene und elaſtiſche Maſſe hervorſtroͤmen, wenn ſie einmahlſo weit gekommen iſt, durch einige Scheidewaͤnde der Hoͤlen zudringen? Getoͤſe, Heulen und Erſchuͤtterungen ſind Folgen davon.Brechen ſie zu Tage aus, ſo werden die im Wege liegende Ma-terien mehr oder weniger hoch in die Luft geworfen, nach derStaͤrke der Duͤnſte.
Die Laveſtroͤme zeugen von einer Menge geſchmolzener Ma-terie. Nun weiß man, daß das Waſſer nicht mehr als 100 Gra-de Waͤrme annimmt. Wenn es daher in kochendes Oel, in Flußgebrachte Metalle oder andere Materien faͤllt, die eine groͤſſereHitze haben, wird es augenblicklich in Duͤnſte verwandelt, undwirft alles, was ihm widerſtehet, gewaltſam herum. Einefeuchte Form, oder ein wenig kaltes Waſſer, welches in einenMetallfluß faͤllt, kann ein ganzes Gießhaus umwerfen. Wasiſt es denn Wunder, daß Vulcane, deren Gipfel oft mit Schneebedeckt ſind, oder die auf andere Art uͤber oder unterirrdiſcheWaſſer bekommen, zuweilen Fluͤſſe von Schlacken, Steine von2 bis 300 Pf. ſo erſtaunlich auswerfen, harte Berge ſprengen,
u. m.(pb) Papin.Bergm. Phyſ. Weltbeſchr. Cec