Band 
I.ter Theil.
Seite
386
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385 Fuͤnfte Abtheil. Zweites Cap.

u. m. Man ſindet leicht, daß ein Erdbeben durch unterirrdiſcheGaͤnge geſchwinde und weit fortgepflanzet werden kann. EinigeVulcane brennen zugleich oder eins ums andere, welches einenunterirrdiſchen Zuſammenhang anzuzeigen ſcheinet, aber dieſeMerkmale duͤrften nicht allezeit zuverlaͤßig ſeyn. Denn manweiß, daß der Aetna 1751 nicht brannte, ob der Veſuv gleich 3ganze Monathe wuͤtete, und daß der Veſuv 1754 den 3 Decemberanfing, und Aetna 1735 den 1 Maͤrz.

So viel iſt gewiß, daß einige Vulcane ſich nach gewiſſenZeiten und Winden richten; daß ſie ſelten auf dem flachen Feldeſind; daß ſie ihre Oefnungen gemeiniglich gegen den Gipfel ha-ben; daß eine erſtaunliche Kraft dazu gehoͤre, eine anſehnlicheMenge in Fluß gebrachte Schlacken aus einer groſſen Tiefe her-aus zu werfen; daß eine ſolche Kraft die Seiten von einanderbrechen muͤſſe; daß die ausgeworfene Materie auch oft oben indem Berge gefunden werde; und endlich, daß die Gipfel nachder Erledigung nicht ſelten ungefaͤhr ſo tief ſinken, als es dieAusleerung zu erfordern ſcheinet. Alles dies ſcheinet zu bewei-ſen, daß die Hauptſtelle des Brandes nicht ſehr tief ſey(g).Indeſſen kann man nicht laͤugnen, daß die aufgeworfenen Fiſchean einigen Orten eine Gemeinſchaft mit dem angraͤnzenden Waſ-ſer anzeigen(). Auſſerdem liegen alle Vulcane in der Nach-barſchaft mit dem Meer, und obgleich die Bewegungen des Waſ-ſers bey den Erdbeben von dem Andraͤngen des Bodens hergelei-tet werden koͤnnen, ſo ſind ſie doch zum Theil ſo beſchaffen, daßſie mit den heftigern Ausbruͤchen der Vulcane ſelbſt Gemeinſchaftzu haben ſcheinen. Viele derſelben ſpeyen Waſſer aus. Diesduͤrfte zuweilen wohl geſammleter Niederſchlag ſeyn, aber da manbey Solfatara und an andern Orten Salmiak und Kochſalztrifft, ſo iſt es nicht unglaublich, daß das Meer dahin einen Zu-gang habe. Uebrigens bezeuget die Erfahrung, daß, je naͤher

der

(2) Herr Buͤffon glaubt daß der Oefnung ſey..Hauptbrand nicht weit unter der Er) Tſchirnhauſen.