Von zufaͤlligen Veraͤnderungen. 391
dieſer Oefnung gearbeitet(g). Die Gaule, ein Fluß in Norr-wegen, ſchnitte ſich 144 in die Erde hinab, und verſchwand ei-nige Tage, aber brach nachher mit ſolcher Heftigkeit hervor, daßer das angraͤnzende Thal mit Erde und Steinen fuͤllete, ſeinenLauf ſtopfte und einen Damm machte, den er endlich durchbrach,und auſſer einigen Kirchen 48 Bauerhoͤfe verwuͤſtete, und 250Menſchen ertraͤnkte(7). Solchergeſtalt ſchneidet ein Theil jaͤhr-lich tiefer ein und untergraͤbet die Gegend, ein Theil fuͤllet nachund nach ſeinen eigenen Boden, und endlich wird er genoͤthiget,ſeinen vorigen Weg aufzugeben. Fluͤſſe, die in verſchiedene Ar-me getheilet ſind, werden leicht in einen einzigen verwandelt, dadenn die uüͤbrigen wieder zuwachſen. Eben ſo iſt es denn auchmit den Seen, die mehr Auslaͤufe haben. Der Maͤler iſt vordieſem an 4 Stellen und vielleicht an mehrern in die Oſtſee aus-gelaufen, die nun ausgefuͤllet ſind. Der Arm, welcher dasmeiſte Waſſer fuͤhret, ſchneidet ſich gemeiniglich tiefer ein, undſo wachſen die andern nach und nach wieder zu.
Aber nicht allein Fluͤſſe, ſondern auch das Meer ſelbſt, hatſeine Ufer veraͤndert. Man findet viele am Meer gelegene Oer-ter jetzt weit davon entfernet. Im Jahr 1680 ſtand da Waſſer,wo nun die Stadt Hudwikswall liegt, die 58 Jahr nach ihrerAnlage 440 Faden naͤher nach dem Ufer verſetzt ward. Pitheoiſt nach 45 Jahren eine halbe Meile verruͤckt; Luleo eine Meilenach 28 Jahren(1); das alte Loͤdesd 4 Meilen; Weſterwik2 Meilen, u. ſ. w. Als Torne 1620 angelegt ward, konntengroſſe Fahrzeuge daſelbſt anlaufen, welches jetzt nicht thunlich iſt;es war auch damals von einem Strom umfloſſen, aber jetzt liegtdie Stadt auf einer Halbinſul. Oeſthammer ſoll auch jetztweiter vom Meer liegen, als vor dieſem(½). Das Waſſer,welches ehedem bis an die Stadtmauer von Tongern ging, na-
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(c) W. Acad. H. 1764. S. 143. Prof. 4 CeUFs. W. N. P.
. 09 Canzl. Rath v. Delin Swea-(H) Pontoppidan. Rikes Hiſtoria.