Von Abnahme des Waſſers. 401
Jahrhunderte iſt dieſer Satz mehr beſtaͤrket worden. Man hatuͤberall Merkmale von der vorigen Hoͤhe des Waſſers gefunden,ja man hat nach Anleitung der gegenwaͤrtigen Haushaltung derNatur geſchloſſen, daß eine ſolche Abnahme nothwendig ſey. In-ſonderheit hat die Abnahme des Waſſers bey der KoͤniglichenAcademie zu Upſala ihre fuͤrnehmſte Vertheidigung gefunden.Sonſt hat der Satz das gewoͤhnliche Schickſal gehabt. Einigehaben ihn fuͤr bewieſen gehalten, andre fuͤr ungegruͤndet, jafuͤr gefaͤhrlich und gottlos. Vermuthlich iſt hier ſo, wie in vie-len andern Faͤllen, der Mittelweg der ſicherſte. An meinem ge-ringen Theile muß ich geſtehen, daß der Beweis nicht unwider-ſprechlich iſt, aber ich laͤugne doch nicht, daß die Abnahme desWaſſers hoͤchſt glaublich ſcheine, und daß die Einwuͤrfe, welcheman bisher dagegen gemacht hat, ihn nach meiner Ueberzeugungnicht zu vernichten vermoͤgen. Die Sache iſt uͤbrigens von derBeſchaffenheit, daß ſie dem Richterſtuhl der Nachwelt uͤberlaſſenwerden muß(m).
Die Gruͤnde fuͤr die Abnahme des Waſſers ſind uͤberhauptvon dreyerley Art. Hiſtoriſche Beweiſe; daß man da jetzt keinWaſſer findet, wo es vor dieſem geſtanden; verſchiedene Merk-male auf dem trocknen Lande, die demjenigen gleich ſind, welchedas Waſſer noch taͤglich nachlaͤſſet; und endlich die Verwandlungdes Waſſers in feſte Coͤrper, wodurch nicht allein die Sache, ſon-dern auch die Urſache, wodurch ſie bewuͤrkt wird, an den Tag ge-leget wird. Auf Engsd im Maͤler, zwo Meilen von Weſteraͤs,ward an einer Klippe bey dem Dorfe Stamdal auch mit der Waſ-ſerflaͤche den 4 Sept. 1252 ein Rand ausgehauen.
§. 153.
Wir haben im vorhergehenden geſehen, daß verſchiedene bey-
chrer Anlage an der See gelegene Staͤdte mit der Zeit weit vom
Waſſer
(m) Herr C. R. Ferner hat in dieſer Streitigkeit eine ausfuͤhrlichevorher angefuͤhrter Praſtdienrede von Geſchichte gegeben.
Bergm. Phyſ. Weltbeſchr. Eee