400 Fuͤnfte Abtheil. Drittes Cap.
jetzt durch ein beſtaͤndiges Eis von zwo Meilen lang, und einehalbe Meile breit, unbrauchbar. Es nimmt jaͤhrlich zu, undgleichet den Eisbergen um den Polen, bis auf die blaue Farbe(i).Bey Grindelwald im Canton Bern, kommt der merkwuͤrdigeGletſcherberg vor. Da iſt ein See, ungefaͤhr 17 Meilen lang,der zur Sommerzeit und ſehr tief gefroren iſt. Unter dem Eiſedringet Waſſer durch Oefnungen nach ein Thal heraus, welchesunterwegens zu Eispfeiler von vielen Abaͤnderungen frieret. Dasherunterkommende Waſſer macht den Fluß Lutſchin aus, wel-cher beſtaͤndig flieſſet, indem das Eis die Ausduͤnſtung verhin-dert, und die ihn umgebende mit Schnee bedeckte Berggipfelſchmelzen jaͤhrlich bey der groͤßten Hitze etwas weg. Dieſe Eis-berge vergroͤſſern ſich viele Jahre, aber zuweilen werden ſie auchanſehnlich verkleinert, als 1540 und 1719(4). Die Lage desSees in einer groſſen Hoͤhe und zwiſchen kalten Schneebergen,hindert die Sonne das Eis aufzuthauen. Doch berſtet es desSommers, und wird durch hinzu kommendes Schneewaſſer geho-ben, daher durch eine Luͤcke zuweilen einige Eisſchollen nachGrindelwald hinunter fallen.
Drittes Capitel.Von Abnahme des Waſſers.§. 152.
chon in aͤltern Zeiten ſind verſchiedene der Meynung gewe-
ſen, daß die Menge des Waſſers auf unſerer Erdkugel,wenigſtens auf ihrer Oberflaͤche, beſtaͤndig abnehme, ob dieſeMeynung gleich auf ungleichen Gruͤnden gebauet, und zu unglei-chen Abſichten angewandt worden(). Aber in dem jetzigen. Jahr-
() Bertrand Struct. de la. Ter- Browallii Bedenken von Abnahmere. S. 12. des Waſſers.