Band 
I.ter Theil.
Seite
405
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Von Abnahme des Waſſers. 405

hen. Die Fluͤſſe fuͤhren jaͤhrlich eine anſehnliche Menge Erd-materie weg; es wird jaͤhrlich eine unbeſchreibliche Menge Schne-cken, Muſcheln, Corallen und ander Seegewuͤrme auf dem Bo-den des Meeres begraben(). Viele Stellen werden durchErdbeben in die Hoͤhe gehoben, welches alles den Boden desMeeres erhoͤhen muß, und welches die Erfahrung auch alſo be-zeuget. Hieraus kann man ſchlieſſen, daß die Groͤſſe der Ab-nahme des Waſſers aus der Sinkung der Oberflaͤche allein nichtgeſchloſſen werden koͤnne.

Was das Ufer des mittellaͤndiſchen Meeres betrifft, ſoſcheinet es wohl, daß viele Stellen jetzt eben ſo, wie vorher, inAnſehung des Waſſers liegen, aber da hier das unterirrdiſcheFeuer oft gewaltſam wuͤrket, ſo hat man uͤber der unverruͤcktenLage derſelben keine Sicherheit. Wir haben vorher geſehen, wasin Italien der Boden vor Veraͤnderungen gelitten().

Der Nil fuͤhret, nach aller Anleitung, bey ſeiner jaͤhrlichenFluth wohl mehr Anfuͤllung auf das trockene, als er bey ſeinemAblaufe wieder mit ſich nimmt, aber wie viel ſolches betrage, kanin Ermangelung hinreichender Nachricht nicht beſtimmet werden.Einige geben an, daß der Schlamm den zehnten Theil(a), an-dere, daß er den dreyßigſten, noch andere, daß er den hundertzwanzigſten Theil von dem Raum ausmache, den das Waſſereinnimmt(b5). Man weiß, daß die tragbare Erde an den U-fern des Fluſſes einige 30 Fuß, aber an der Graͤnze der Fluthkaum 6 Zoll ausmacht(b), und natuͤrlicher Weiſe muß auchmehr Schlamm bey dem Anfange, wo die Fluth uͤberſteiget, zu-ruͤckbleiben. Daß der Nil bey Groß⸗Cairo, wo er jetzt gemeß-ſen wird, ehe die Fluth angehet, ohngefaͤhr ſo hoch liegen ſoll,als das mittellaͤndiſche Meer, wird wohl bey genauerm Nach-denken nicht glaublich erfunden. Wenn der Nil im uͤbrigen vonaͤltern Zeiten her alle Jahr gleich viel Waſſer gefuͤhret, ſo muͤßte

Eee 3 ſeine

G)§. 96.(7)(a.) Mailler.(7) H. 147.(0) Dr. Sbaw.