408 Fuͤnfte Abtheil. Drittes Cap.
aber man kann nicht vermuthen, daß ſie ſich nach und nach he-ben, daher muß das Waſſer herunter gefallen ſeyn.
§. 155.
Aber wenn das Waſſer beſtaͤndig abnimmt, wo bleibt esdenn? Wir haben im vorigen erwaͤhnet, daß das Steinreichgroſſen Theils, und vielleicht ganz und gar ſeine erſte Materie vomWaſſer haben duͤrfte(n); wir haben auch geſehen, daß die Berg-gipfel, welche uͤber die beſtaͤndige Schneegraͤnze reichen, jaͤhrlicheine Menge Eis ſammeln, wovon wohl durch Vulcane und Ab-ſtuͤrzungen etwas wieder weggeſchmelzet, aber ein ſehr groſſerReſt bleibet liegen und wird von Jahr zu Jahr vermehret(0);Die Ufer werden durch aufgethuͤrmte Eisberge unzugaͤnglich(p);und endlich ſoll auch im folgenden gezeiget werden, daß Thiereund Gewaͤchſe ihre fuürnehmſte Nahrung vom Waſſer haben(M.
Die Natur wuͤrket allezeit vollkommener, als die Kunſt.Die letztere iſt doch auch im Stande, Waſſer in Erde zu verwan-deln. Die bisher hiezu gebrauchten Mittel ſind die Reibung imMoͤſer(r), Schuͤtteln(§), Ausduͤnſtung(k), Deſtillirung(u)
und
(7)§. 52.
(°)§. 145.
(p) H. 151.
(2) g. 203.
(r) Herr G. R. Pller hat ſichdieſer Art bedienet. Herr Prof.Walleriur hat faſt mit gleichemFortgange, ſo wohl Glas als Me-tallmoͤrſer gebraucht. Nach einerReibung von ein paar Stundenward das Waſſer milchfarbig, undnach 4 bis 5 Stunden war nur Er-de uͤbrig, ein Quentin Waſſer gabungefaͤhr anderthalb Serupel Erde.S. W. Acad. Hand. 1760.
(5) Herr Marggraf ſchuͤttelteWaſſer acht Tage lang, worauf esdick zu werden anfieng, und nachandern acht Tagen ward es noch di-
cker, und zeigte glaͤnzende Erdkoͤr-ner. Die Schuͤttelung geſchahe ineinem wohl vermachten glaͤſernenGefaͤſſe. S. Mem. de PAcad. aBerlin 1756. 8(t) Marggraf ſetzte oft deſtillir-tes Waſſer unter einer wohl ver-machten Glocke in der Sonnenwaͤr-me, und fand nach der Ausduͤnſtungeine feine weiſſe Erde in dem Ge-
faͤſſe. 8(*) Boyle hat von Waſſer, das200 mahl deſtilliret worden, ſolcheErde erhalten. Borrichius, Dickin-ſon, Hook, Hoftmann, Henckel u.m. haben ſolche Verſuche gemacht.Um den Einwuͤrfen zuvor zu kom-men, hat Marggraf die Retorteund den Recipienten zuſammen ge-ſchmol-