Von Abnahme des Waſſers. 40⁰9
und Faͤulung(x). Das Waſſer mag ſo oft deſtilliret ſeyn, alsman will, ſo erhaͤlt man davon doch noch Erde. Die Mengeder erhaltenen Erde iſt mit der Waͤrme und Bewegung in Ver-haͤltniß.
Dieſe durch die Reibung gewonnene Erde, kann nicht vonAbnutzung des Glaſes herruͤhren(, indem nicht einmahl durcheine trockene Reibung ſo viel abgerieben wird; und man bekommtuͤbrigens eben eine ſolche Erde in einem metallenen Moͤrſer, durchSchuͤtteln und Deſtilliren.
Daß dieſe Erde nicht vorher in Waſſer aufgeloͤſet geweſen,kann daraus abgenommen werden, daß man anderwaͤrts eine ſol-che Erde nicht ſindet. Wenn eine feine kalkartige mit Saͤurevereinigte Erde im Luftkreiſe gefunden wuͤrde, die im Waſſer auf-geloͤſet werden koͤnnte(T), ſo waͤre ſolches nicht reine Erde, ſon-dern ein erdigtes Mittelſatz. Uebrigens koͤnnen erdichte Theilebey der Deſtillation nicht oft uͤbergehen, ohne Vereinigung miteinem brennbaren Weſen, aber dadurch wird es in ein rußartigesin Waſſer unaufloͤsliches Weſen verwandelt. Das Aufſteigendes Eiſen in martialiſche Blumen des Salmiaks, zeiget nur, daßfeſte Coͤrper durch ein fluͤchtiges Salz, womit ſie aufgeloͤſet undvereiniget worden, verfluͤchtiget werden koͤnnen. Das Erdarti-ge iſt da nicht rein, ſondern ein rußartiges Weſen. Man brin-get es nicht dahin, daß vom Gips, Selenit, Alaun oder anderenmit Waſſer deſtillirten Salzen der geringſte Erdſtaub uͤbergehe,und wie ſollte auch wohl Waſſer, das ſelbſt ſchwerer als Luft iſt,
Erde,
ſchmolzen, und das Waſſer durch ei-ne kleine Roͤhre eingelaſſen, die nach-her wieder zugeblaſen wurde. Beyjeder Deſtillirung ward der Recipi-ent ſo gewandt, daß das Waſſer inder Retorte zuruͤck kam. S. Mem.de P'Acad. a Berlin 1752.
(v) Wenn Waſſer verſchloſſen indie Waͤrme geſetzt wird, verdicket es
Bergm Phyſ.· Weltbeſchr.
nach einiger Zeit, es zeigen ſich gruͤ-ne Faͤden, und es faͤllt eine Erdezu Boden. Vergl. H. 91 und§.105. t.
(%) Prof. Potts Einwurf.
(2) Prof. Pott glaubet, daß eineſolche von den Steinhaͤuſern kom-men koͤnne.
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