Meinungen von Entſtehung der Erde. 421
Thiere gehalten. Nach der Maaſſe, als die Klippen blos wer-den, tragen ſie durch die zuruͤckgebliebene Saamenmaterie Ge-waͤchſe, welche keimen und aufſchieſſen, wenn Regen und eindienliches Clima dazu kommen. Auf gleiche Art iſt das Trocke-ne mit Thieren verſehen worden, die doch vorher Einwohner desWaſſers geweſen ſind. Selbſt der Menſch hat einen gleichenUrſprung, daher er auch um den Polen, wo er zuerſt heraufge-floſſen, ſeine wilde Art zeiget. Die Schoͤpfungstage macht erzu viele Zeitſchichten, und leget dem Menſchengeſchlecht wenig-ſtens ein Alter von 500000 Jahren bey(p).§. 165.
Der weltberüͤhmte Archiater und Ritter Herr von Linnéeſtellet ſich das trockene im Anfange als eine Inſul unter der Linievor, die mit einem hohen Berge verſehen iſt, und daher alle moͤg-liche Climate hat, von dem waͤrmeſten bis zu den kaͤlteſten. DieſeInſul iſt nur ſo groß geweſen, daß ſie hingereichet, das geſchaf-fene zu beherbergen, naͤmlich ein Paar von jeder Art Thier undGewaͤchſe, welche zu ihrer Vermehrung ſich zu paaren noͤthig ha-ben, aber von den andern nur ein einzelnes Stuͤck; alle in ihrerVollkommenheit und zur Fortpflanzung geſchickt.
Der Herr Archiater ſchlieſſet ſolches daraus, weil man fin-det, daß das Waſſer kleiner geworden, das trockene ſich ausge-breitet, Thiere und Pflanzen ſich in beſtimmter Maaſſe vermeh-ret haben.
Sollte das trockene Land im Anfange ſo groß geweſen ſeyn,als jetzt, fuͤr einen einzigen Adam und Eva alleine? Alſo wardas Paradies der herrlichſte Garten, da alle Gewaͤchſe und alleThiere waren, und wo der Menſch alles erhalten konnte, was jetztauf dem ganzen Erdboden gefunden wird, ohne etwas an Nah-rung, Schoͤnheit, Geruch, Geſang, u. m. zu vermiſſen. Eswird ſolches weiter durch die Abſicht mit den Thieren, von den
Ggg 3 größ-(p) S. deſſen Telliamed.