422 Fuͤnfte Abtheil. Viertes Cap.
groͤßten an bis zu den kleinſten Iaſecten, beſtaͤtiget, deren Men-ge nach den Gewaͤchſen abgemeſſen iſt, darnach, daß ſie unter ſicheinander das Gleichgewicht halten; und nach dem Menſchen, daßer ſie alle, oder wenigſtens die maͤchtigſten, bezwingen koͤnne.
Es wird fuͤr glaublich gehalten, daß der Schoͤpfer von demeinfachen zu dem zuſammengeſetzten fortgegaugen. Wenn mandenn die Pflanzen und deren Verwandtſchaft betrachtet, ſo ſchei-net es klar zu ſeyn, daß von jeder natuͤrlichen Ordnung(ordonaturalis) nur ein Stuͤck erſchaffen worden, durch deren Be-fruchtung unter einander alle jetzige Gattungen(genera) durchdie maͤchtige Hand des Schoͤpfers entſtanden, aber dies wardnach der Schoͤpfung nicht dem Vermoͤgen der Natur uͤberlaſſen.Was die Arten(ſpecies) betrifft, ſo wird es dahin geſtellet ge-laſſen, ob ſie alle, oder einige von Anfang an geweſen, oder Kin-der der Zeit ſind, denn ſo viel kennet man die Geſetze der Fort-pflanzung, daß wenn ungleiche Arten vermiſcht werden, der aͤuſ-ſere Coͤrper dem Vater, und das Mark der Mutter gleiche. Sowird auch im Pflanzenreiche Stengel und Blaͤtter dem Vater,aber die Blume der Mutter gleichen. Wenn nun unter einerGattung ſtehende Arten(ſpecies congeneres) in den Fort-pflanzungstheilen uͤbereinkommen, aber an Bläaͤttern unterſchie-den ſind, ſo ſcheinet es wohl offenbar, daß ſie von einer Mutterdurch Vermiſchung abſtammen; ob ſolches aber bey der Schoͤ-pfung geſchehen, iſt ſchwer auszumachen. Indeſſen hat mandoch einige Arten mit der Zeit ſo entſtehen geſehen, von welchenſich ein Theil auch durch eigenen Saamen fortpflanzet, und uͤbri-gens die Haushaltung der Natur in Anſehung der Inſecten nichtaͤndert. Die vielen Abaͤnderungen(variationes), beſondersder beſtaͤndig doppelten Blumen, ſollen auch auf ſolche Art her-vorgebracht ſeyn.
Was die Erde betrifft, ſo wird dafuͤr gehalten, daß derSand vom Meerwaſſer cryſtalliſiret werde, denn wenn es reg-net, wird das Waſſer weiß und truͤbe, und ſchlaͤgt folgends nie-
der,