Band 
I.ter Theil.
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423
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Meinungen von Entſtehung der Erde. 423

der, und waͤchſet nachher durch Cryſtalliſation an. Thon wirdzaͤher Bodenſatz des Meers(ſedimentum maris viſcidum)genannt. Alles Meerwaſſer iſt weniger klar, als Quellwaſſer,und ſetzet, wenn es in Ruhe iſt, einen ſolchen Schleim an, alsman an allen Pfaͤhlen, Pflanzen und Steinen im Meer findet,welches getrocknet nichts anders, als Thon iſt, daher er auchdurchs Vergroͤſſerungsglas an ſeinen Theilen nie eine beſtaͤndigeFigur ſehen laͤſſet, wie alle die Dinge, welche von einer zaͤhenMaterie(viſcidum) entſtanden ſind. Stauberde kommt vonden Pflanzen, und iſt nichts anders, als das Gerippe derſelben,aber Erde von Thieren iſt Kalk.

Sand wird zuſammen cryſtalliſiret, und wird Sandſtein,wenn das Waſſer lange durch denſelben dringet, aber zu Tageverwittert er nach vielen Jahrhunderten zu Staubſand. WennSand mit andern Erdtheilchen vermiſcht wird, beſonders wennetwas eiſenartiges hinzukommt, welches das allergemeinſte aufder Erdkugel iſt(g), ſo waͤchſet er zu einem Graufelsſtein zu-ſammen, darin alle Zwiſchenraͤume, die Waſſer halten, mitQuarz⸗ oder Spateryſtallen, nach der ungleichen Erde, die dasWaſſer aufgeloͤſet, angefuͤllet werden. Edelgeſteine ſind Cry-ſtalle, in der Figur und Materie unterſchieden. Die Fi-gur wird von den Salzen hergeleitet, und die Materie vonden Erdtheilchen, welche das Waſſer aufgeloͤſet hat. DerDiamant hat Alaunfigur, die loſern Cryſtalle eine ſeleniti-ſche oder die dem Kochſalz gleich iſt. Die harten unaͤchten Stei-ne haben eine Salpetergeſtalt und einige edlere eine vitrioliſche.Vom Thon wird Topfſtein, Hornfelsſtein und Glimmer, daherſie auch im Feuer hart werden wie Thon, und wenn ſie geriebenwerden, ſind ſie ſchluͤpferig, wie er. Hart zuſammengepackteStauberde wird endlich Schiefer, welcher Kraft ſeines Urſprungsbrennet, wenn er gluͤend gemacht wird, und er zeiget oft Abdruͤ-cke von Inſecten und Gewaͤchſen, die man in Suͤmpfen findet,

welche

() F. 47.