Von den Pflanzen uͤberhaupt. 429
doch finden ſich auch ſolche, die eines oder andern Theiles beraubtſind, ſo daß man nur Blume und Saamen, als die weſentlich-ſten rechnen kann. 1 1
Die Wurzel iſt in irgend einem feſten Coͤrper, beſonders ander loͤſern Erdrinde, befeſtiget, ſie dringet hinunter und ſaugetdurch viele fadengleiche Ausſchuͤſſe den Unterhalt fuͤr die Gewaͤch-ſe. Der Stengel richtet ſich uͤber die Erde empor, befoͤrdert denNahrungsſaft in die Hoͤhe und arbeitet ihn aus. Die Blaͤtterſitzen an den Stengel und Zweigen, und dauren mehrentheilsnicht uͤber ein Jahr. Die Blume ſchlieſſet das Gewaͤchs, undbereitet ein neues Leben, denn ſo bald das Ende eines Zweigesbluͤhet, ſchieſſet er nie laͤnger, ſondern da wird der Saame zu-bereitet, der in dienlichen Umſtaͤnden das Vermoͤgen hat, aufzu-wachſen, und eine Pflanze von ſelbiger Art hervorzubringen.
Die Figur, Farbe und Beſchaffenheit dieſer Haupttheile iſtauf vielfaͤltiger Art von einander unterſchieden, welches hier nichtweiter ausgefuͤhret werden kann(ꝛb).
Doppelte Blumen ſind nicht anders, als Mißgeburten. DasClima, haͤufigere Nahrung u. m. machen in der Figur der Pflan-zen und ihren Eigenſchaften zuweilen unterſchiedene Veraͤnderun-gen, aber ſelbige ſind doch in gewiſſen Graͤnzen eingeſchloſſen.
§. 200.
Der innere Bau der Pflanzen iſt noch ſehr unvollkommenbekannt. Bey den meiſten kann man mit bloſſen Augen Rinde,Holz und Mark unterſcheiden.
Das Aeuſſerſte der Rinde iſt ein Bedeckungshaͤutlein(epi-dermis), die zuweilen in mehrere getheilet werden kann, undſich auf einen gewiſſen Grad ausdehnen laͤſſet. Zunaͤchſt hieranfindet man einen ſchwammartigen Ueberzug(involucrum cel-luloſum), der mehrentheils ſaftig, koͤrnigt, markig und vonunzaͤhlbaren feinen nach allen Richtungen gezogenen Faͤden zuſam-
Hbh 3 men-() S. Herr v. Linné Phil. Botan.