430 Sechste Abtheil. Erſtes Cap.
mengeflochten iſt. Sollte er wohl dazu dienen, die Austrock-nung der innern Theile zu verhindern? die Ausduͤnſtungsmate-rie abzuſondern? die das Haͤutlein treffende Schaͤden zu heilen?Solche Fragen koͤnnen noch nicht mit Gewißheit beantwortet wer-den(X). Das uͤbrige der Rinde bis an das Holz, kann Rin-den Ringe genannt werden(), wovon ein jeder aus Fadenbuͤn-den zuſammengeſetzt iſt, die der Laͤnge nach liegen und wie einNetz zuſammengeflochten worden(2). Die Maſchen nehmengegen das Holz zu mehr und mehr ab, woran ſie endlich ganz ver-ſchwinden. Von allen dieſen mit einander uͤbereinſtimmendenMaſchen entſtehen wagrechte coniſche Hoͤlungen, die gegen denTag zu weiter werden, ſie ſind mit einer koͤrnigten Materie ange-fuͤllet(tela celluloſa)(a), die durch ihre Ausbreitung denſchwammigten Ueberzug zu bilden ſcheinet. Auſſerdem findetman hier eine Menge eigene Gefaͤſſe(vaſa propria), die we-gen ihrer Groͤſſe, Farbe, und ausflieſſenden Feuchtigkeit leichtin die Augen fallen. In den Tannen kriechen ſie dicht unter demſchwammartigen Ueberzuge, in der Fichte trifft man ſie an ver-ſchiedenen Stellen der Rinde. Dieſe Baͤume geben durch er-waͤhnte Gefaͤſſe Harz; Pflaumen und Kirſchbaͤume, Gummi,Mohn(papauer), Wolfsmilch(euphorbia), Firnißbaum(rhus), Feigenbaum(ficus), Löwenzahn(leontodon),Salat(lactuca) u. m. geben einen milchichten Saft; Artiſcho-cken(cynara) einen rothen, und Schellkraut(chelidonium)einen gelben.
In dem Holzartigen ſind auch ſolche netzgleiche Schichtenvon der Laͤnge nach liegenden Fiberbuͤnden, doch dichter und haͤr-ter als die vorigen. Die eigenen Gefaͤſſe ſind klein; aber manfindet hier auch leere Roͤhren von verſchiedener Figur, die man
in
(2) Herr du Hamel haͤlt ſie fuͤrdu Hamel Phyſique des„ne. Seszcs. 98.
“(4) Gren nennet es Parenchyma.—) Gren nennet dies liber. S. Malpigbi einen Zuſammenhang vonAnatomy of vegetables. Itricufis.