Band 
I.ter Theil.
Seite
431
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Von den Pflanzen uͤberhaupt. 431

in der Rinde nicht findet. Man findet ſie haͤufig in den jungenSchüſſen, die nachher in Holz verwandelt werden, aber faſt garnicht in denen, die ſchon hart geworden ſind. Sollten dieſelbenwohl mit der Zeit wuͤrkliche Holzfiebern werden, und in Vereini-gung die groſſen Gefaͤſſe ausmachen, deren Oefnungen ſich zei-gen, wenn man einen Querſchnitt von einem Holze betrachtet?Sollte der Zweck derſelben allein darin beſtehen, Luft zu fuͤh-ren(b)2 oder ſollten ſie wohl zugleich und zuweilen Saͤfte fuͤh-ren(c)? Im Laube und Blumenblaͤttern findet man ſie in Men-ge. Ihre Waͤnde ſcheinen von ſchneckenweiſe laufenden Fibernzuſammengeſetzt zu ſeyn, und die Gleichheit ihres Baues mit denLüftroͤhren der Inſecten iſt der wichtigſte Grund, den man hat,ſie als ſolche anzuſehen, die zu eben dem Zweck dienen.

Das Mark gleichet der cellichten Materie in der Rinde ſehr,und die Maſchen der Fadenſchichten ſind auf ſelbiger Art, wie inder Rinde, durchbohret. Sollte es nichts anders ſeyn, als eineFortſetzung derſelben nur mehr ausgedehnten koͤrnigten Materie?In dem Mark findet man auch eigene Gefaͤſſe und langsgehendeFibern, aber viel feiner.

Alles dies ſiehet man deutlich in vieljaͤhrigen(perennes)Gewaͤchſen. In einjaͤhrigen(pPlante ammuæ) verſtehe ichdasjenige Weſen unter holzartigen Fibern, das in Blumen zuStaubfaͤden ausbricht. Das Mark dieſer letztern ſiehet zuweilenwie ein loſer Schaum aus, ja zuweilen wird es ganz und gar indie Blume in die Hoͤhe getrieben.

H. 201..

Pflanzen findet man auf dem Erdboden in unzaͤhligerMenge; aber damit die Arten erhalten werden moͤgen, ohnedaß ſie einander verdraͤngen, ſo hat der Herr der Natur ihnengewiſſe ihren Eigenſchaften gemaͤſſe Wohnplaͤtze beygeleget. Da-

her

(L) Dies iſt des Malnigkei Mey⸗ bey allen Gewaͤchſen gefunden. S.nung, und er berichtet, daß er der⸗ Anatomia plantarum.gleichen nach zehnjaͤhrigen Verſuchen(c) Gren, au Hamel.