Band 
I.ter Theil.
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Von Nahrung u. Wachsthum der Pflanzen. 441

die noch mit Gewißheit feſtgeſetzt werden koͤnnen, ſondern liebereinige Umſtaͤnde beſchreiben, die uns die Erfahrung zeiget.

Man mag ein Saamenkorn in die Erde legen, wie manwill, ſo wird allemahl der ſchuppichte Theil des Keims ſich in dieHoͤhe richten, und kann nun keine Wurzel werden, ob man gleichkuͤnftig die Krone dazu bringen kann und die Wurzel dazu, umBlaͤtter auszuſchlagen.

Baͤume und vieljaͤhrige Pflanzen nehmen ſowohl in der kaͤn-ge, als Dicke zu. Sobald der Winter aufhoͤret, ſteiget haͤuff-gere Nahrung auf, welche gemeiniglich Saft genannt wird.Man kann in dieſer Zeit durch ein Loch, welches man in die Holz-fibern hineinbohret, eine Menge Lache oder ausrinnenden Safterhalten. Weinſtoͤcke, Birken, Ahorn, u. m. ſind beſondersihres Saftes wegen bekannt. Der Palmbaum ſoll das ganzeJahr einen ſolchen Saft geben, aber bey andern hoͤret er gegendie Mitte des Fruͤhlings auf, doch faͤngt er gegen den Herbſt wie-der an.

In jedem Jahre kommt ein neuer Holzring hinzu. Mankann ſich vollkommen uͤberzeugen, daß ihn die Rinde hervorbrin-ge, wenn durch eine vorſichtig geſchnittene Oefnung zwiſchen ihrund dem holzartigen Weſen eine zinnerne Platte geleget wird,denn ſolche wird von dem naͤchſtkommenden Holzringe eingeſchloſ-ſen. Die Farbe verraͤth eben das, wenn ſie in dem Baume,den man oculiret, und dem, aus welchem man das Auge genom-men, ungleich iſt. Aber fuͤr jeden Holzring wird auch ein neuerRing in der Rinde hervorgebracht, doch iſt derſelbe viel duͤnner.Dieſe zwo Schichten ſitzen das erſte Jahr an einander, aber dasfolgende kommen zwo dergleichen zwiſchen ihnen, u. ſ. w. Mankann ſich vermittelſt eines Silberdraths, den man durch dieMitte der Rinde ſticht, von der Wahrheit hievon verſichern.Bisher iſt doch unabgemacht, ob die Holzringe eine verhaͤrte-te Schichte der Rinde, oder ob ſie ein neues Product davon

Bergm. Phyſ. Weltbeſchr. Kkk ſind