Band 
I.ter Theil.
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442
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442 Sechste Abtheil. Zweites Cap.

find(a). Indeſſen findet man, daß der durch die Holzfibern indie Hoͤhe gefoͤrderte Saft zu nichts dergleichen dienlich iſt, ehe erdurch einen langen Umweg bereitet worden, und durch die Rindewieder hinunter gehet. Die Dicke eines jeden Ringes hat mitdem Windſtriche keinen Zuſammenhang, ſondern der groͤſſereWachsthum iſt an der Seite, wo man groͤſſere Wurzeln oderZweige ſindet.

Vieljaͤhrige Pflanzen treiben nur Schuͤſſe aus Knoſpen. So-bald die Blaͤtter im Fruͤhling ausgeſproſſen, findet man in jedemBlatwinkel einen Knoſpen. Aus demſelben ſchieſſet im naͤchſtenJahre ein Stiel mit Blaͤttern und Knoſpen fuͤr das naͤchſte Jahraus, u. ſ. w. Schneidet man einen Zweig nach ſeiner Laͤngeentzwey, ſo merket man deutlich in der Mitten Mark, welchesſich nach allen Seitenzweigen und Knoſpen theilet. Alſo entſte-hen die Knoſpen allenthalben, wo das Mark durch die Bedeckung,welche es umgiebt, zu dringen vermocht. Ein Knoſpe iſt dann,wie eine neue Pflanze im kleinen, anzuſehen, die mit eben denweſentlichen Theilen verſehen iſt, als die groſſe, und ein jederJahrsſchuß, als eben ſo viele Pflanzen von ſelbiger Art, als diegroſſe, von welchen der erſte Jahrsſchuß nur in Anſehung derStelle und des Unterhalts unterſchieden iſt, indem dieſer ſeineNahrung durch die Wurzel aus der Erde erhaͤlt, aber jene ohneWurzel, von der Pflanze, darauf ſie ſitzen. Zwiebeln ſindnichts anders, als Knoſpen zwiſchen Blattwinkeln, welche hierſtehen bleiben und fleiſchicht werden. Sehr wenige einjaͤhrigePflanzen ſind mit Knoſpen verſehen, und diejenigen, welche ſiehaben, verlieren ſie, wenn ſie Wurzeln ſchlagen und neue Pflan-zen geben. Viele Jahre daurende Pflanzen ſind allezeit damitausgeruͤſtet, wiewohl ſie in einigen, beſonders indianiſchen, nichtſo weit kommen, hervorzutreiben, e man muß ſie in derRinde ſelbſt ſuchen.

Da

(42) Malpighi behauptete das erſtere, und Grew das letztere.