Von Vermehrung der Pflanzen. 449
ſtreuen, andere ſetzen ich auf Thiere, u. ſ. w. Beſonders iſtder Ceratocarpus merkwuͤrdig, der auf den Siberiſchen Sand-heeden waͤchſet, eine runde Figur hat, und die Wurzel verlaͤſſet,ſo bald er reif iſt, auch nachher, wie ein rollender Ball, von denWinden getrieben wird.
H r.
Thiere, zu ſtrenge Kaͤlte, Hitze, Niederſchlag und Stoß-winde, Mangel an Nahrung, u. m. verderben die Pflanzen ent-weder gewaltſam und geſchwinde, oder ſchaden ihrem Bau nachund nach, wodurch ſie endlich ganz untauglich werden, ihr Lebenzu erhalten. Sie verdorren dann und ſterben, gehen in dieVerweſung, und werden endlich in Stauberde aufgeloͤſet.
Viertes Capitel.Von den Thieren uͤberhaupt.
§. 212.
Men kann die meiſten Thiere ohne Schwuͤrigkeit von denPflanzen unterſcheiden, aber die Graͤnze zwiſchen dieſenReichen iſt ſchwer zu finden. Alle organiſche Coͤrper machen ei-ne aneinanderhaͤngende Kette aus, in welcher zwey Glieder, dieeinigen Abſtand von einander haben, leichtlich von einander un-terſchieden werden koͤnnen, aber je naͤher ſie zuſammen kommen,deſto mehr gleichen ſie einander, und zwey zuſammengraͤnzendegeben keine deutliche Unterſcheidungsmerkmale. Wenn daherder ganze Zuſammenhang der Natur einmahl entdeckt werdenſollte, ſo wuͤrde fuͤr den Menſchen alles Syſtem und alle Einthei-lung unmoͤglich ſeyn. 8Empfindung und willkuͤhrliche Bewegungen unterſcheidennach unſrer Denkungsart vollkommnere Thiere von den Pflanzen,aber man rechnet auch zum Thierreiche ein Theil ſolcher Coͤrper,Bergm. Phyſ· Weltbeſchr. Ll die