Von den Thieren uͤberhaupt. 453
nach ihren ungleichen Laͤngen jede nur von dazu ſchicklichen Wel-len beweget werden(i)? Es iſt wahr, daß die erwaͤhnte Schei-dewand groͤßtentheils knochenartig iſt, aber kann ſie nicht mitNerven bezogen ſeyn? Sollten wohl die Nerven, die zum Gehoͤrdienen, nicht elaſtiſch ſeyn koͤnnen, ob es gleich alle uͤbrige nichtſind? Die Nerven eines jeden Werkzeuges muͤſſen ja eine abge-paßte und eigene Beſchaffenheit haben, nach der Natur der Coͤr-per, die empfunden werden ſollen. Bey den Thieren iſt der Bauder Ohren ungleich. Einige haben zween Trommelfelle, als dieEidexen; und bey einigen fehlen einige bey andern gewoͤhnlicheTheile, u. ſ. w.(ii).
Die Ohren der Voͤgel und Fiſche ſollen ohne Schneckenſeyn(K), und die Inſecten und Wuͤrmer ſollen ganz taub ſeyn.
Das Sehen(viſus) wird vermittelſt der Augen verrichtet.Die Lichtſtrahlen gehen durch den Augapfel(pupilla), und wer-den durch die Brechung, beſonders in der Hornhaut(corneatranſparens) und der cryſtallenen Feuchtigkeit(humor ery-ſtallinus) ſo geſammlet, daß diejenigen Strahlen, welche voneinem Puncte kommen, wieder in einen Punct des Augennetzes(retina) vereiniget werden. Hiedurch geſchiehet es, daß dieumliegenden Coͤrper auf dem Grunde des Auges abgemahlet wer-den, und die Empfindung dieſer Bilder iſt dasjenige, was mandas Sehen nennet. Dieſe Gemaͤhlde ſind umgekehrt; aber dadie unterſten Theile der Bilder von den oberſten Strahlen her-ruͤhren, ſo urtheilen wir auch von der Richtung des Eindrucks,daß ſie von den abgebildeten Puncten die oberſten ſind.
Auſſer dem Blackſiſch, Igeln); und vielleicht einigen weni-gen andern, ſind alle Wuͤrmer ohne Augen. Die Inſecten ha-ben dagegen meiſtentheils mehr als zwey. Eine Spinne hat8 Augen, und ſo auch der Scorpion; der Weberknecht(pha⸗-
Ll 3 langium)
(i) S. Herr Mairans Abh. in(½) Herr v. Haller Primæ lineæMem. de PAcad. a Paris 17327. Phyfiologiæ§. 491.
(ii) S. Herr Goffroy, Mem. des(1) S. meine Abhandl. von den
Etrang. T. II. S. 164-185. Igeln in Wiſſ. Ac. Handl. 1757.