Von den Thieren uͤberhaupt. 455
terlage zwiſchen der Kraft und der Laſt iſt(Fig. 3); wenn dervordere Schienbein⸗ und der Wadenbein⸗Muſkel den Plattfuß indie Hoͤhe ziehet, iſt die Kraft in der Mitten(Fig. 34), undwenn die Wadenmuſkeel und der ſolenfoͤrmige den Fuß auf die Zaͤ-hen in die Hoͤhe hebt, iſt die Laſt in der Mitte(Fig. 35). DieMuſkeln wuͤrken mit einer wunderbahren Staͤrke, und einige we-nige ſind im Stande, weit groͤſſere Laſten, als der ganze Coͤrper,zu heben. Vermittelſt der Kaumuſkeln, iſt ein Hund vermoͤ-gend, die haͤrteſten Knochen zu zermalmen, wozu oft eine Laſtvon 100 Liespfunden nicht zureichet. Aber ungeachtet ſolcherStaͤrke, wird doch kaum der ſechzigſte Theil von der Kraft ange-wendet. Die Muſkeln wuͤrken ſehr ſchief, ſind ſehr nahe an derUnterlage befeſtigt, ſitzen an beweglichen Stellen u. m., welchesalles verurſacht, daß die Wuͤrkungen mit groſſem Verluſt anKraft geſchehen, doch hat der Schoͤpfer hiedurch den Raum ge-ſparet, groͤſſere und geſchwindere Bewegungen zu erhalten u. m.Wie dieſe anſehnlichen Kraͤfte hervorgebracht werden, iſt nochein Geheimniß.
Alle Veraͤnderungen willkuͤhrlicher Bewegungen, als gehen,huͤpfen, ſpringen, klettern, fliegen, ſchwimmen, kriechen u. m.,ſind nicht zu beſchreiben, indeſſen muß ich doch zwo der ſeltſam-ſten Arten nicht vorbey gehen. In America ſoll ein Krebs(cancer ruricola) gefunden werden, der auf dem Lande lebt,welcher, wenn jemand nach ihm oder den Pflanzen dabey greift,eine ſeiner Scheeren von ſeinem Coͤrper trennet und ſie gegen dieHand wirft, die ſich darauf befeſtigt und einige Minuten greulichkneipt(0). Der Kugelwurm(volvox) hat keine Gliederoder ſichtbare Werkzeuge, ſondern iſt, wie eine kleine Klugel, wieein Nadelkopf groß; nichts deſtoweniger beweget er ſich im Waß-ſer ſowohl mit einer Umwaͤlzung um ſeinen Mittelpunct, als oh-ne derſelben. Er kann auch auf einer Stelle ſtehen bleiben, undſich um denſelben waͤlzen(P). Die Bewegung der Wuͤrmer iſt
um
(0) Brove, Jacquin.
(p) Hofmarſchall und R. De Geer W. Ac, H. 1761.