Band 
I.ter Theil.
Seite
473
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Von Nahrung u. Wachsthum der Thiere. 473

Winter uͤber ohne geringſte Nahrung ſtille ſitzt. Im Fruͤhlingberſtet die Goldpuppe; es kommt ein Thier mit 6 Fuͤſſen hervor,das durch ſeine 18Luftroͤhren athmet, das tauſendfaͤltige Augenhat, und 4 Fluͤgel damit herumzufliegen, und welches nun in ſei-nem reifen Alter nur von dem duͤnnen Honigſaft lebet, der ausden Blumen gezogen wird. Man weiß kaum, ob man ſeinenAugen trauen kann, wenn man das erſtemahl ſolches bemerket.Die Larve einer Muͤcke lebet ihre ganze Zeit im Waſſer, und ſtirbt,wenn ſie in der Luft gehalten wird. Aber wie ſchlechte Taucherſind nicht die fliegenden Inſecten? Wie wunderbar find dieſeund dergleichen Veraͤnderungen der Thiere?

Ein Theil Wuͤrmer ſind ſich waͤhrend ihrer ganzen Lebenszeitnicht ganz gleich, doch geſchiehet die Veraͤnderung nicht durchAblegung der Haut. Einſchaaligte gewrungene Schnecken kom-men nur mit einem Umlaufe der Schaale aus dem Ey, aber mitder Zeit kommen deren mehrere hinzu, nicht durch einen hinein-laufenden Nahrungsſaft(intus ſuſceptione), ſondern glaub-lich durch eine Verhaͤrtung von dem aus den Theilen des anwach-ſenden Thieres ausgetriebenen Schleim Cuxta poſitione) ⁷),auf eben der Art wie die Steinrinde der Corallen anwaͤchſet.Muſchelſchaalen werden nach aller Anleitung auch durch neue an-geheftete Fugen groͤſſer, alles, nachdem das Thier anwaͤchſet;aber da ſolches nicht in Schneckenlinien geſchiehet, ſo entſtehendadurch in der Geſtalt nur geringe Veraͤnderungen.

Thierpflanzen ſcheinen beſonderen Veraͤnderungen zu unter-gehen. Wenn ſie von Eyern herſtammen, ſo naͤhren ſie ſich,und wachſen auf ſelbige Art, als Pflanzen; aber ſo bald ſie ſoweit gekommen, Blumen zu treiben, ſind ſie Thiere, die ſie durchRaub oder andere ſelbſt geſuchte Nahrung unterhalten muͤſſen(§).

. Hier

(r) H. Reaumur Mem. de PAc. a Paris 1709. 1716.

66) H. v. Linné S. N.

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