Band 
I.ter Theil.
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475
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Von Fortpflanzung der Thiere. 473

gen; aber da auch bey denen lebendig gebaͤhrenden Eyer gefun-den werden, ſo ſcheinet der Unterſcheid nur darin zu beſtehen, daßdie Eyer auſſerhalb oder innerhalb des Coͤrpers ausgebruͤtet wer-den; ja die kleinen Inſecten lehren uns eine andre und wunder-bare Veraͤnderung. Die Pferdefliege(hippoboſca) zeugeteine Puppe oder eine in der Mutter ausgebruͤtete und vollkommengewachſene Larve, welche, ſo bald ſie aus ihrem Leibe kommt, zueiner Nymphe innerhalb ihrer verhaͤrteten Haut verwandeltwird(k). Einige Thiere zeugen zu gewiſſer Zeit lebendige Jun-gen, zur andern legen ſie Eyer. 1Thierpflanzen werden gaͤnzlich wie Pflanzen fortgepflanzet.Sie ſchieſſen Zweige, die entweder nach einer Zeit abfallen undfuͤr ſich ſelbſt leben, oder ſie bleiben auch feſtſitzen, und ſchieſſenſelbſt neue Zweige, u. ſ. w.(u). Ja ein Theil Wuͤrmer, beſon-ders Polypen(hydræ), koͤnnen in viele Stuͤcken zerſchnittenwerden, und von jedem waͤchſet wieder ein vollkommenes Thiervon eben der Art(X), welches im Thierreiche eine ganz beſondereSache iſt. Die Polypen legen doch auch Eyer, aber nur zurHerbſtzeit, wenn ich nach demjenigen, was ich an den ſchwedi-ſchen Arten wahrgenommen, urtheilen kann(*.Ooo 2 Die

(t) H. Reaumur Hiſt. des Inſec-tes VI.

(u²) S. Nat. Hiſtory of the co-rallines by J. Ellis.

(x) S. Hiſt. des Polypes parMr. Trembley. Herr Prof. Spalan-zana in Modena hat neulich verſchie-dene Verfuche mit Schnecken ge-macht, die in Haͤuſern wohnen(Li-maces,) woraus geſchloſſen werdenkan, daß ihnen die abgeſchnittenenTheile wieder wachſen. Herr Lo-vorſter hat auch der franzoͤſiſchen A-cademie eine Schnecke vorgezeiget,die einen neuen wieder gewachſenenKopf hatte, der doch von einer blei-chern Farbe war. Diejenige, wel-che im Junius ihren Kopf verloh-

ren, zog ſich ſogleich in ihr Gehaͤuſe.Nach einen Monath zeigten ſichneue Hoͤrner, und nach dreyen hatteder neue Kopf ſeine rechte Groöſſe.Der abgeſchnittene Hintertheil waͤch-ſet gleichfals wieder. Alles dies ge-ſchiehet nach den Umſtaͤnden ungleichgeſchwinde, und mit ungleichen Fort-ange. Die Regenwuͤrmer(lum⸗-rici); Waſſerigel(Hirudines) unddie meiſten Wuͤrmer(Vermes) habenvermuthlich gleiches Vermoͤgen.

(ꝙ) H. Reaumar und Herr Juſ-ſieu haben gefunden, daß die Kam-polypen(polypes a pennache) brau-ne platte Eyer werfen, wenn ſie altwerden. Herr Trembley ſammelteim Herbſt 1745 in

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