Von Fortpflanzung der Thiere. 477§. 222. 2
Die Eyer muͤſſen durch den Saamen der Maͤnnleinbelebt werden, wenn ſie zur Vermehrung des Geſchlechts nuͤtz-lich werden ſollen; denn ob die Weibchen von den eylegenden Ar-ten gleich auch ſonſt legen, ſo kommen daraus doch nie Jungen.Bey den meiſten Thieren iſt es unumgaͤnglich noͤthig, daß derSaame in dem Coͤrper des Weibchen aufgenommen werde, wel-che Verrichtung das Paaren genannt wird. Die Fiſche ſind dieeinzigen, die, ſo viel man weiß, hievon ausgenommen werdenkoͤnnen. So viel man bisher weiß, haben beide Geſchlechterkeine Vermiſchung, doch ſollen die Maͤnnchen ihre Milch von ſichgeben, die entweder von dem Weibchen mit Begierde aufge-ſchluckt, oder von den Eyern ſelbſt eingezogen wird. Man kannden Rogen auch durch Kunſt befruchten, wenn er zu einer gewiſ-ſen Reife gekommen iſt. Man druͤckt den Magen des Rogen-fiſches gemach uͤber ein Gefaͤß mit Waſſer, ſo rinnet der Rogenheraus, und wenn man den Milcher gleichfalls zwinget, die Milchin daſſelbe Waſſer zu laſſen, ſo werden die Eyer befruchtet, undes koͤnnen Fiſche daraus gebruͤtet werden, welches ohne ſolche Mi-ſchung nicht geſchiehet(a).
Bey den Inſecten faͤllt etwas vor, welches bey dem erſtenAnſehen zu beweiſen ſcheinet, daß das Paaren zur Fortpflanzungunnoͤthig ſey. Eine Blattlaus gebiehrt mehrentheils lebendig.Wenn eines derſelben gleich nach der Geburt abgeſondert, undauſſer Gemeinſchaft mit allen andern ſeines Geſchlechts geſetztwird, ſo gebiehrt es doch Junge; und ſo weiter, wenn einsvon dieſen getrennet wird. Ich habe dieſen Verſuch oͤfters an-geſtellet, und es ſind auch dergleichen vorher von den groͤßtenNaturkundigen gemacht worden(5). Der Zuſammenhang iſt
Ooo 3 dieſer.
(aa) Mem. de PAcad. a Berlin gewartet, als es mit dieſem Unge-1766. ziefer geſchehen iſt, deſſen Kindbet-(b) Kaum wird einer Koͤniginn ten man zu Tag und Stunden mit
gegen ihre Niederkunft genauer auf⸗ moöglichſter Sorgſalt aufgezeichnetfindet