428 Sechste Abtheil. Sechstes Cap.
dieſer. Sie gebaͤhren den ganzen Fruͤhling und Sommer le-bendig, und ohne ſich zu paaren. Eine einzige kann in dreyWochen bis auf hundert gebaͤhren. Alle Jungen in die-ſer Zeit ſind Weibchen, aber gegen den Herbſt gebaͤhrenſie auch Maͤnnchen, dann geſchiehet das Paaren und nachher le-gen ſie Eyer, die im Fruͤhling ausbruͤten. Solchergeſtalt iſt eineinziges Paaren, ſo viel man gewiß weiß, bis ins 10te Glied beydieſen Inſecten zureichend, ſo daß ſie im Mutterleibe mit demEy bis zu Urenkeln ins zehnte Glied befruchtet werden. Werſollte wohl glauben, daß der Schoͤpfer bey dieſem kleinen verach-teten Ungeziefer eine ſo beſondere Ausnahme gemacht haͤtte? Esiſt ebenfals eine Merkwuͤrdigkeit, die mit der erſtern vermuthlichin Verbindung ſtehet, daß das Junge mit dem Hintertheil zuerſtherauskommt.
Ehe ein wuͤrkſames Paaren geſchehen kann, ſind die Thieregemeiniglich ausgewachſen. Dies hat doch Ausnahmen, inſon-derheit bey den Fiſchen. Unter den Inſecten werfen die Krebſeund Einaugen ihre Schaale ab und werden groͤſſer, nachdem ſiewuͤrklich Nachkommen hervorgebracht haben. Einige ArtenUferaas haͤuten, nachdem ſie Fluͤgel bekommen. Schnecken(imaces) und einige andre Wuͤrmer haben zugleich die Ge-burtsglieder beyder Geſchlechte, doch koͤnnen ſie ſich nicht ſelbſtbegatten, ſondern muͤſſen ſich mit andern vereinigen, da denneinjeder von beyden fruchtbar wird und befruchtet. Aber ſolltewohl die mannigfaltige Natur nicht auch Hermaphroditen hegen,die nicht gepaart zu werden gebrauchen(c)? Man giebt vor, daßeinige Schnecken ſo beſchaffen ſind(), und nach aller Anleitungſind die Polypen, und einige ihrer Verwandten, auch in dieſerAbſicht den Pflanzen gleich.
§. 223.
findet. So beſondere Umſtaͤnde be⸗ Geer, wenn man ihnen, ohne ſelbſtdurfte das Zeugniß eines Leuwen- zu ſehen, Fünben ſrt. rvobl
bæk, Ceſtoni, Reaumur, Bonnet, 18““ emZrembiey, Byonnet, Bazin und De(d) H. Adanſen Voy. au Senegal.