Von Fortpflanzung der Thiere. 479
§.823
Aber was thut denn der Saame des Maͤnnchen zurSache? Wenn man den maͤnnlichen Saamen eines Menſchendurch ein Vergroͤſſerungsglas betrachtet, ſo ſcheinet er anfangsaus einem fadenartigen, zuſammengewickelten Schleim zu beſte-hen. Die Faͤden ſind in beſtaͤndigem Gewuͤhle, verſchiedeneStellen werden aufgeblaſen, aus ſelbigen kommen kleine rundeCoͤrper mit fadenartigen Schwaͤnzen hervor, die ſich grade vor-waͤrts bewegen, und zu gleicher Zeit, wie ein Pendul, zur rech-ten und linken ſchwenken, ſich erheben, und wie ein Schiff zwi-ſchen den Wellen auf und nieder gehen. Nach der Hand werdendie Faͤden duͤnner, und innerhalb einer Stunde faſt durchſichtig.Nach 5Stunden hat er ſeine groͤßte Fluͤſſigkeit, dann ſind diemeiſten Coͤrper von Schwaͤnzen frey, oder wenigſtens ſind ſie ganzkurz. Nach 12 Stunden iſt ein Schleim zu Boden gefallen,dann ſind die Coͤrper in der heftigſten Bewegung, ſie aͤndern ihreGeſtalt oft, und ſind bald rund, bald laͤnglicht, u. ſ.w. DieGroͤſſe und Menge derſelben nimmt nach und nach ab, und nachvier Tagen bemerket man kaum einen Coͤrper in Bewegung, ſon-dern alles gleichet einem ein wenig ins blaue fallendem Waſſer.Der Saame von einem Hunde iſt klaͤrer, und die Faͤden deſſel-ben verſchwinden geſchwinder, ſonſt ſiehet man ungefaͤhr gleicheCoͤrper und Bewegung(e). Sollten nun dieſe Coͤrper wohlThiere ſeyn? Man gebraucht hiegegen die Gruͤnde, daß ſie ſichgleichfoͤrmig bewegen, daß ſie ihre Geſtalt veraͤndern, daß ſiekeine Glieder haben, daß man nicht merket, daß Kaͤlte und Waͤr-me einen Eindruck auf ſie habe, daß ſie ihre organiſche Theile zu-weilen verliehren, als wenn ſie ihnen nicht zugehoͤreten u. dgl.(†).
Wenn(0) H. Buͤffon Hiſt. Nat. T. I. an. Der Abt Halanzani in SaggioS. 176-220. di Osſervationt microſcopiche ge-
(ꝙ H. Buͤffon gebraucht dieſe druckt Modena 1765 behaubtet hin-Gruͤnde. Er ſiehet ſie als ein Mit⸗ gegen, daß die in den Saͤften beweg-tel zwiſchen Thieren und Pflanzen ſichen Theilchen Thiere ſind, die in
einer