Band 
I.ter Theil.
Seite
483
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Von Fortpflanzung der Thiere. 483

durchſichtiges laͤnglichtes Kluͤmpchen, von deſſen Mitte bis zurHaut Faͤden, oder der Anfang der Nabelſchnur, gehet. Nach15 Tagen ſiehet man die Naſe wie ein Faͤſerlein, den Mund wieeinen Strich, die Augen wie ſchwarze Puncte, und die Ohren,wie kleine Loͤcher. Nun fangen auch Arme und Fuͤſſe an, wieKnoten auszuſchieſſen. Nach 2u Tagen ſind die Arme und Fuͤſſeganz deutlich; Rippen, Finger, Zaͤhen, werden als feine Faͤ-den geſehen. Nach einem Monath iſt die Frucht etwa einen Zolllang und lieget etwas krumm in einer ſie umgebenden Feuchtig-keit. Nun ſind alle Theile deutlich, Finger und Zaͤhen ſind ge-trennet, die Haut ſehr fein und durchſichtig, die Eingeweide ſehrfein, die Knochen noch ſehr weich, die Gefaͤſſe der Nabelſchnurliegen noch mit einander parallel; der Mutterkuchen, welcher inden erſten Tagen die Haͤlfte des Eyes umgab, nimmt nun nichtmehr als den dritten Theil ein, hat ſich aber anſehnlich verdickt.Der laͤngſte Durchmeſſer des Eyes iſt ohngefaͤhr anderthalb Zoll,und der kuͤrzeſte einige Linien kuͤrzer, und die zwo Haͤutlein deßſelben ſind nun merklich(chorion und amnios). Nach ſechsWochen ſind die Theile beſſer gebildet, der Kopf iſt doch noch ſehrgroß. Gleich nachher faͤngt man die Bewegung des Herzenszu merken an, ja ſelbige dauret auch lange fort, nachdem dieFrucht herausgenommen worden. Nach zwey Monathen iſt dieFrucht 2 Zoll lang, die roͤhrichten Knochen in Beinen und Armeſind merklich, imgleichen der untere Kinnbacken, der ſehr vordem obern hervorſtehet; die Nabelſchnur faͤnget ſich zu drehenan. Nach drey Monathen iſt die Laͤnge gegen 3 Zoll. Nach48 Monathen ohngefaͤhr 6 Zoll. Dann ſiehet man die Naͤgel.Wenn es ein Knaͤblein iſt, findet man die Hoden in dem Leibeuͤber die Nieren. Der Magen iſt mit einer dicken Feuchtigkeit,gleich derjenigen, darin die Frucht lieget, erfuͤllet. In den klei-nen Daͤrmen findet man einen Milchſaft, und in den groben ei-ne ſchwarze fluͤßige Materie(meconium). Die Galle undUrinblaſen hegen ſchon etwas von ihren abgeſonderten Materien.

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