Band 
I.ter Theil.
Seite
484
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484 S Sechste Abtheil. Sechstes Cap.

Innerhalb 5 Monathen iſt der Kopf gebogen, ſo daß das Kinngegen die Bruſt ſtehet: die Knie ſind in die Hoͤhe gezogen, zu-weilen bis gegen die Kinnbacken; die Fuͤſſe ſind zuruͤck gebogen;die eine Hand(zuweilen alle beide) lieget uͤbers Geſicht, zuwei-len haͤngen ſie laͤngſt dem Cöͤrper nieder. In 5 bis 6 Monathengelanget die Frucht nicht bis zu dem Schafhaͤutlein, kann daher1 Zwanges wegen ſich nicht in die gekruͤmmte Stellung gelegethaben.

Der Mutterkuchen iſt einer dicken Calotte, die dem Ey auf-geſetzt iſt, gleich, und durch verſchiedene Warzen an einer Stel-le der Gebaͤhrmutter befeſtiget. Darin ſind verſchiedene feineZweige der von dem innern Krumdarm(iliaca interna) zwokommenden Pulsadern, und der in die Hohlader einfallendenBlutader, welche die Nabelſchnur ausmachen. Die erſtern Mo-nathe hat die Frucht ſehr wenig Blut, und es wird daſſelbe durch8 die Blutadern des Nabels von dem Mutterkuchen zuerſt dahin

gefuͤhret. Sollten wohl die kleinſten Zweige der Nabelblutaderndas Blut in ſich ziehen, welches die Pulsadern der Mutter inden kleinen Hoͤlungen des Mutterkuchen laſſen, und daß die Na-belpulsadern das uͤberfluͤſſige der Mutter wieder zufuͤhren? Oderwoher entſtehet das Blut in den Mutterkuchen? Von der dieFrucht umgebenden Feuchtigkeit ſcheinet dieſelbe wenigſtens gegendas Ende einige Nahrung zu genieſſen. Nach 40 Wochen iſt ſiegemeiniglich vollkommen.

Bey andern Thieren hat das Ey ein drittes Haͤutlein(al-lantois), nach welchem durch eine Nabelroͤhre(urachus),der Urin der Frucht geſammelt wird. Die Anzahl der Jungenund die Zeit der Geburt, ſind nach Verſchiedenheit der Gattun-gen ſehr ungleich.

Eyerlegende Weibchen tragen fur die Ausbruͤtung der Eyernoͤthige Vorſorge. Die Voͤgel machen Neſter und ſitzen ſie, denStrauß ausgenommen, alle aus. Diejenigen, welche keine ſoſtarke Waͤrme beduͤrfen, werden doch an dienlichen Stellen gelegt,

und