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Buch I. §. 1.
Masse mannichfacher Erfahrungen ohne Zusammenhang unilVerständniss, wie sie das Leben darbietet im Umgänge mit derNatur, die unsern nächsten einfachen Bedürfnissen so freigebigentgegenkommt, und aus dem hohem Bedürfnis? des Geistes, ausdem uns angeborenen Durst nach zusammenhängender Auffassungder Dinge, mit einem 'Wort aus der Speculation. Man irrt,wenn man sich einbildet , alle Naturforschung ginge von der Er-fahrung aus, die Speculation suchte sich ihrer erst allmälig zu be-mächtigen. Thatsächlich, wie alle Geschichte lehrt, sind beidegleich alt und ursprünglich, und erhalten sich fortschreitend inunaufhörlicher Wechselwirkung, so dass zwar bei einzelnen Trä-gern der Wissenschaft, ja bei ganzen Völkern, in ganzen Zeiträu-men, bald die Empirie, bald die Speculation vorwaltet, doch nieeine die andere gänzlich unterdrückt. Und wie könnte der Empi-riker auch nur zwei Thatsachen mit einander verknüpfen ohnefreie Vernunftthätigkeit? und woher nähme der Philosoph den Stoffzu seinen kühnsten Constructionen, wenn nicht aus der Sinnen-welt? Es ist thörieht, die Form auf Kosten des Stoffs zu erheben,weil diesen die Natur darbietet, jene der freie Geist hinzufügt:als ob die Form ohne den Stoff, woran sie sich bethätigt, Reali-tät hätte. Doch eben so thörieht ist umgekehrt die Verachtungder Form, weil sie der Veränderung unterworfen ist, und derDünkel auf den Reichthum des Stoffs, der, einmal gewonnen,seinen Werth ewig behauptet; als ob er nicht seinen Werth füruns, für die Wissenschaft, erst dadurch bekäme, dass der Geistihn bildend zusammenfasst.
Ein gewisses Maass empirischer Pflanzenkenntniss, so wie ein-zelne speculativ fruchtbare Gedanken, besassen ohne Zweifel an-dere Völker lange vor den Griecl en, und ich bin weit entferntzu leugnen, dass sich zahlreiche Spuren von beiden sogar schonin den mosaischen Schriften naehweisen lassen. Wissen-schaft entspringt aber erst aus der Vereinigung beider, und wederallein aus der sich selbst gleichen Erde, noch allein aus der Stirndes Zeus . Sie hemmt ihren Fortschritt, so oft die beiden Erzeu-ger gegen einander erkalten; wo aber beide nach solcher Tren-