45
Buch I. Kap. 2. §. 7.
Bildung und Rückbildung angenommen, ergiebt sich zum Theilaus den schon angeführten, noch deutlicher aus folgenden Versen,die ich etwas umzustellen wagte :
100. Thoren (denn fremd ist ihnen die weit ausgreifende Vorschau),"Welche da hoffen, es solle zuvor Nichtseiendes werden,
111. Oder es möcht’ absterben, und ginge so völlig zu Grunde. —105. Vielmehr also red’ ich: Entstand ist keinem von allen
Sterblichen "Wesen, noch irgend ein Ziel des vernichtenden Todes,Sondern nur Mischung bald, bald wieder der Mischungen Um-tausch
108. Ist es, Entstand wird’s nur von sterblichen Menschen geheissen.—105. Sie dann, komme Gemischtes nach Art des Menschen zum Vor-schein,
Oder der Thiere des Feldes, vielleicht so wie Staudengewächse,Oder wie Vögel beschaffen, so, sagen sie, war’ es geworden;Löst es sich wieder, so heiss es ein dysdämonisches SchicksalNach dem Gebrauch, und so red’ ich wohl auch, weil’s eben
Gebrauch ist.
Hierher gehört auch die Stelle:
21. Keiner der Götter erschuf, auch keiner der Menschen das Weltall ,Sondern von Ewigkeit war’s . . .
Doch am deutlichsten spricht sich Aristoteles *) über die Hypo-these periodischer "Weltumbildungen aus in folgenden Worten:„dass es (das Weltall oder der Uranos) geworden sei, behauptenalle, aber Einige nennen es ewig, Andere vergänglich gleich allem,was von Natur entstanden ist, noch Andere periodisch (tvaiJ.äii),so dass es bald so, bald anders beschaffen sei, der Verderbnissunterworfen; und das, meinen sie, ginge so fort, wie Empedokles der Akragantiner und Herakleitos der Ephesier.“ Mehrere Zeug-nisse der Art sammelten Sturz und Brandis , doch bedarf es derennicht zum Beweise, dass eine der wichtigsten Lehren der neuernGeologie, unser Erdball habe eine Reihe von Umwandelungendurchlaufen, bei denen das Thier- und Pflanzenreich bald unter-
1 ) Ar i slot. de coelo I, cap. 10.