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Buch I. Kap. 2. §. 8.
Hessen , so dass hinreichender Zufluss wäre.“ Und das ist einenicht unerhebliche Ergänzung des vorigen Berichts. Poren undihnen entsprechende Aus- und Einströmungen spielen in der gan-zen Physik und Physiologie des Empedokles eine grosse Kölle;allein, sogar den Elementen schrieb er Poren und Strömungen zu,vermöge deren sie sieb mischten.
117. ... Jeglichem sind Ausströmungen, was da geworden.Daraus erklärte er die Anziehung des Magnets , den Ernährungs-process, die sinnlichen AVahrnehmungeu und vieles andere 1 ). DochHess er beim Ernährungsprocess offenbar auch die Gäh-rung mitwirken, wie folgender Vers bezeugt, das einzige, was ichdarüber beibringen kann.
2 l J0. Wein ist unter der Kind’ im Ilolze gegorenes Wasser.
Wie es aber zugeht, dass verschiedene Weinstöcke, obschonmit denselben Organen versehen, doch verschiedenen "Wein liefern,darüber giebt uns Pseudo-Plutarchos die Meinung des Empedo-kles in so verdorbenen Worten gleich nach den eben angeführten,dass ich statt einer Uebersetzung nur ihren mutlnnasslichen Sinnwiederzugeben vermag. Wahrscheinlich wollte er den Empedoklessagen lassen, die Verschiedenheit der Pflanzensäfte entstände ausder Verschiedenheit entweder der sie bereitenden Organe (wobeidann die Poren vermuthlich wieder aushelfen mussten), oder derNahrung, aus der sie bereitet würden. Letzteres mache den Re-bensaft zum Wein bald brauchbar bald unbrauchbar.
Das ist alles, was Sturz über die Pflanzenlehre des Empedo-kles aus dem ganzen Umfange der griechischen Literatur mit un-säglichem Fleiss zusammengebracht. Hinzuzusetzen fand ich garnichts, nur in der Auslegung durfte ich als Botaniker von demPhilologen mitunter abzuweichen mir erlauben. Sprengels 2 ) An-gabe, nach Empedokles diene die Wurzel den Pflanzen statt desMundes und Kopfes, entsprang wie so mancher seiner Irrthümer
1) Die Hauptstelle darüber bei Aristoteles de gener. et corrupt, I, 8. pag.324. sqq. Was sonst noch vorkommt, sammelte Sturz pag. 341 — 350.
2) Sprengel Gesch. d. Bot. /, S. 44.