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Buch I. Kap. 2. §. 12.
seiner ganzen Philosophie, Gleiches werde durch Gleicheserkannt, Gleiches nur von Gleichem afficirt, und Gleiches strebezu Gleichem. Das Begeistende, Belebende, überhaupt Bewegendein der Natur war ihm das aus den kleinsten beweglichsten kuge-lichen Atomen bestehende Feuer. Menschen und Thiere ath-meten es mit der Luft stets ein und aus, ganz fehlte es keinemKörper; und in diesem Sinn, ganz anders als Anaxagoras dasselbeaussprach, durfte er sagen '), „Alles sei der Seele theilhaft, selbstden Leichen der Körper fehle es nicht ganz an 'Wärme und Em-pfindung, welche sie durchwehn;“ — wieder ein Satz, den spätereMagiker und Nekromanten sich trefflich zu Nutz machen konnten.
Von seiner Phytologie haben sich nur zwei Aussprücheerhalten: nach Theophrastos 1 2 ) sagte er, die schnellwüchsigen kurz-lebigen Pflanzen besässen grade Adern, durch welche der Saftund im "Winter die Kälte rascher eindrängen; und Nikolaos Da-maskenos 3 ) zählt ihn zu den Philosophen (Anaxagoras , Demo-kritos, Empedokles ), die auch den Pflanzen Verstand und Einsichtbeilegten. Beides bedarf nach dem Gesagten keiner Erläuterungmehr, und liesse sich sogar, wenn‘man wollte, mit Hülfe jenerAngaben in demokritischem Geiste leicht noch weiter ausführen.
§. 12 .
Gedenke ich endlich noch, bevor ich zu Aristoteles , demGründer wissenschaftlicher Botanik, übergehe, des Platon 4 ), sogeschieht es mehr des historischen Zusammenhangs wegen, undum auch mit diesem unsterblichen Namen mein vergängliches Buchzu schmücken, als aus Ueberschätzung der wenigen "Worte, die erbeiläufig der Natur der Pflanzen widmete.
1) Plutarch . de placit. philos. JY , cap. 4.
2) Th e o p kr. de caus. plant. II , cap. 11. sect. 7, 8.
3) Nicol. Damasc. de plant. I, cap. 2.
4) llrandis, Handb. d. Gesch. d. grieck. röm. Philos . ThJ. II. Abth. 1, 1844 ,handelt von S. 134 bis zu Ende nur von Platon . Hierher gehört besondersS. 350 ff.