Buch I. Kap. 2. §. 12.
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schwand 1 ), bereiteten die Götter ihm eine Hülfe. Denn sieschufen eine mit der menschlichen verwandte Natur, andere Ge-stalten und Empfindungen ihr beimischend, so dass es ein andereslebendiges Wesen ist, nämlich die jetzt milden Bäume und Pflanzenund Samen, die vom Landbau erzogen sich zahm gegen uns ver-halten ; ehedem aber gab es bloss die wilden Arten, die älter alsdie milden sind. Denn was nur immer Theil am Leben hat, dasalles wird doch mit Kecht am richtigsten lebendiges Wesen ge-nannt; dieses jedoch, wovon wir jetzt sprechen, hat Theil an jenerdritten Art Seele 2 ), deren Sitz die Hede zwischen Nabel undZwergfell legt, die von Meinung und Ueberlegung und Vernunftnichts in sich hat, aber angenehme und schmerzhafte Empfindungmit Begierden. Denn es verhält sich immer leidend gegen alles ; dasses aber in sich selbst herumgewendet um sich selber, die Bewegungvon aussen her von sich abstossend und der eigenen sich bedienend,etwas von dem Seinigen zu erkennen, und es sich zu denken ge-eignet wäre, hat die Entstehung ihm nicht verliehen. Daher lebt es
1) Also der Nahrung zum Ersatz des Geschwundnen bedurfte.
2) Ausser der unsterblichen giebt Platon (a. a. O. S. 057) dem Menschennoch eine andere Seele sterblicher Art, welche gefährliche und noth-wendige Eindrücke in sich aufnimmt, zuerst Lust, die grösste Lockspeisedes Schlechten, dann Scherz, des Guten Versclieucher, dann auch Zuversichtund Furcht, zwei thörichte Rathgeber, dann schwer zu besänftigenden Zorn,dann leicbt zu verführende Hoffnung; dann vermischten sie dies mit ver-nunftloser sinnlicher Wahrnehmung und mit alles versuchender Liebe. —Diese Seele setzten sie in die Brusthöhle. — Weil aber das eine in ihrbesserer, das andere schlechterer Art war, so trennten sie die Brusthöhlewiederum wie im Hause das Gemach der Männer von dem der Frauen, indemsie das Zwergfell ausspannten. Denn Streitliebendes, welches Theil hat anTapferkeit und Zorn u. s. w., setzten sie über das Zwergfell, dem Kopfenäher. — Aber das nach Speise und Trank begierige der Seele und nachallem, was ihm die Natur des Leibes zum Bedürfniss macht, dieses verlegtensie in die Gegend zwischen dem Zwergfell und der bis zum Nabel sich er-streckenden Grenze, nachdem sie gleichsam eine Krippe diesem ganzenRaume für die Nahrung des Leibes eingerichtet hatten, und banden dannjenes dort an wie ein wildes Thier, das aber als nothwendiger Geselle er-nährt werden musste, wenn es jemals ein sterbliches Geschlecht geben sollte
u. s. w.