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Bucli II. Kap. 2. §. 21.
Seiten einander gegenüber. Auch die Knospen stehen bei einigenin gleicher Entfernung und Zahl von einander ab, wie bei den drei-knospigen. Aus diesen Dingen, aus denen sich zugleich einer jedenPflanze ganze Gestalt ergiebt, sind die Unterschiede zu entnehmen.
Indem wir nunmehr die Tlieile selbst aufzählen, wollen wirvon jedem besonders zu handeln versuchen. Die ersten, vornehm-sten und den meisten Pflanzen gemeinsamen sind folgende: dieWurzel, der Stengel, der Zweig, das Reis. In sie könnte mandie Pflanzen, gleich wie die Thiere in Glieder zerlegen. Dennjeder derselben ist verschieden, und aus ihnen zusammen bestehtdie Pflanze.
Die Wurzel ist es, durch welche die Nahrung herbeigeführt,der Stengel , in welchen sie gebracht wird. Stengel aber nenneich, was einfach über die Erde emporwächst; denn das kommt amhäufigsten vor sowohl bei den jährigen wie bei den ausdaurendenPflanzen. Bei den Bäumen wird er Stamm genannt. Zweigenenne ich seine Spaltungen, welche Einige auch Aeste ( ö'Cot )nennen; Reis aber, was einfach daraus aufsprosst und meist jährigist. Das sind die gewöhnlicheren Theile der Pflanze, der gewöhn-lichste ist aber, wie gesagt, der Stengel. Doch haben auch ihnnicht einmal alle, z. B. einige Kräuter; andere haben ihn zwar,doch nicht ausdaurend, sondern jährig, nämlich die in den Wur-zeln länger ausdaurenden.
Ueberhaupt ist die Pflanze mannigfach und unbeständig undschwer vollständig zu beschreiben. Beweis dafür ist, dass sich nichtsfindet, was allen zukommt, wie den Thieren Mund und Magen,sondern einige Theile sind nur der Analogie nach, andere auf andreWeise dieselben. Denn weder die Wurzel haben alle, noch den Sten-gel, noch den Zweig, noch das Reis, noch das Blatt, noch dieBlüthe,noch die Frucht, noch auch Rinde, oder Mark, oder Fasern, oderAdern, z. B. der Pilz und die Trüffel. Gleichwohl beruht auf diesenoder dergleichen das Wesen der Pflanze. Doch kommen sie vornehm-lich, wie gesagt, bei den Bäumen vor, und bei ihnen ist die Glie-derung in Theile gewöhnlicher. Nach ihnen sind daher auch dieandern Pflanzen mit Recht zu beurtheilen. Sie belehren uns auch