Band 
Erster Band.
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Zweites Buch.

i »liitlie der Botanik bei den Griechen.

§• 13 .

Einleitung.

iNiemals erzeugte ein einziges Land in einem einzigen Jahr-hundert so viel schöpferische Geister, Künstler Dichter DenkerStaatsmänner und Helden, wie das kleine Griechenland , ja wiedie einzige Stadt Athen , in dem kurzen Zeitraum von Perikies(f 429 v. Chr.) bis Alexander den Grossen (-J- 323 v. Chr.). Undalles wesete und wirkte in freiester Entfaltung in und durch ein-ander; das Leben selbst war Kunst, war Poesie, seine Heiterkeitgemildert durch den Ernst der Wissenschaft. Auch letztere ver-schmähete noch nicht den Kranz der Gracien, sie redete noch dieSprache des Landes, und bewegte sich, frei von der Last der Bi-bliotheken und Apparate von Mund zu Mund gehend, ein brau-send dahin wogender Gedankenstrom. Das konnte freilich nichtfortdauern, ihr Lauf musste durch Dämme geregelt, ihre befruch-tende Kraft in einem Xetz von Seen und Kanälen über das ganzeGebiet des Geistes planmässig vertheilt werden. Auch dies Wun-derwerk sollte Athen am Schluss jener Periode ausführen, undnicht, wie sich erwarten liess, durch vereinte Arbeit all seinergrossen Geister, nein, durch einen einzigen Riesengeist, der alleindas gesarcmte Wissen seiner Zeit umfasste erweiterte vertiefte,nach allen Richtungen hin vollständig beherrschte, und zu einemso fest begründeten, so schön gegliederten Tempel ausbauete, des-