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Buch II. Ivap. 3. §. 25.
Auch die Früchte sind, wie gesagt, anfangs alle grün, weildie Feuchtigkeit, welche durch die Keime zu ihnen durchseiht,die Natur dieser Farbe hat, und sogleich zum Wachsthum derFrüchte verbraucht wird. Nehmen die Früchte aber nicht mehrzu, weil die Feuchtigkeit der zufliessenden Nahrung bereits nichtmehr vorherrscht, sondern im Gegentheil von der Wärme verzehrtwird, so reifen alle Früchte, und indem die in ihnen befindlicheFeuchtigkeit theils von der Sonnenwärme theils von der Wärmeder Luft gar geworden, nehmen sie nun die jeder Pflanze zukom-mende Farbe an, wie wir Aehnliches beim Färben sehen; und sofärben sie sich langsam, vornehmlich die Theile, welche der Sonneund der "Wärme ausgesetzt sind. Deswegen verwandeln die Früchteihre Farben mit den Jahreszeiten, wie bekannt ist. Denn wasvorher grün war, nimmt, wenn es reift, die Farbe an, die seinerNatur gemäss ist. So können sie weiss schwarz braun gelbschwärzlich schattenfarbig gelbroth wein- und safranfarbig werden,und beinahe alle Farbenunterschiede annehmen.
Wenn nun überhaupt die Mannichfaltigkeit der Farben daherentsteht, dass mehrere gegenseitig Einfluss auf einander haben, sofolgt daraus, dass auch bei den Farben der Pflanzen dasselbe statt-finden muss. Denn indem die Feuchtigkeit sie durchseihet unddurchspült, nimmt sie die Möglichkeit aller Farben in sich auf;und wenn sie nun beim Keifen der Früchte gar geworden sind,kommen die einzelnen Farben zu stände, einige schneller, anderelangsamer, wie es auch beim Purpurfarben begegnet.
Denn wenn man die Schnecke zerstüsst, ihren Saft auspresstund im Kessel kocht, so ist in der Küpe zuerst keine bestimmteFarbe zu sehen; nach und nach aber trennen sich die eingebore-nen Farben und mischen sich wieder, wodurch die Mannichfaltio--keit entsteht, als Schwarz Weiss Schatten- und Luftfarbe; zuletztwird alles purpurfarbig, wenn die Farben gehörig gekocht sind,so dass wegen ihrer Mischung und Uebergang aus einer in dieandre keine der einzelnen Farben mehr zu sehen ist.
Dasselbe geschieht auch mit den Früchten. Denn weil beivielen nicht alle Farben zugleich gar werden, sondern einige früher