207
Buch III. Kap. 1. §.26.
Zinnnetgegend beschifften, und denen, welche Leute auf die Ele-phantenjagd ausschickten, und wenn noch andere Geschäfte diePtolemäer, Aegyptens Könige, veranlassten Männer dahin abzu-senden. Denn diese kümmerten sich um solche Dinge; besonderswar der mit Beinamen Philadelphos wissbegierig, und suchtewegen seiner Iv ö r p e r s c h w ä c h e immer neue Zer-streuungen und Gegenstände des Vergnügens.“
Ein einziger Aufzug, den Ptolemäos Philadelphos zur Feierder Dionysien aiiordnete, und dessen Beschreibung uns Athenäos ')im Auszuge erhalten hat, zeigt einen Reichthum, eine Pracht undVerschwendung, einen Zusammenfluss von Kunst- und Natur-Erzeugnissen, wogegen alles Aelmliche, was Europa je gesehen,oder was die märchenreiche Scheherazade zu erfinden vermocht,in nichts verschwinden. Einen Auszug aus jenem Auszuge lieferteManso 1 2 ), aus diesem will ich wieder nur ein kleines Bruchstückmittheilen, doch hinreichend zur Bekräftigung meiner Aussage.
Ich übergehe die Beschreibung des königlichen Speisezeltesmit Hunderten goldener Gefässe, goldener Tische auf silbernenFüssen , mit Teppichen und ausgezeichneten Thierfellen überladen,bis auf den Einen Punkt, dass ringsum zu einer Zeit, in der dieVegetation ruhte, Myrten Lorbeeren und andere Gewächse prang-ten, und Blumen aller Art gestreuet waren. „Denn Aegypten ,setzt der Berichterstatter hinzu, erzeugt vermöge der Gunst desIvlima’s und der Geschicklichkeit seiner Gärtner immerfort inUeberfluss, was anderswo nur zu gewissen Zeiten sparsam ge-deihet, so dass es fast nie an Rosen Violen nnd jeder andernBlumenart gebricht.“ — Von einer Reihe von Aufzügen, allenGöttern gewidmet, hebt der Berichterstatter nur den Einen hervor,der dem Dionysos galt. Er bestand, ausser den Fussgängem undReitern in den verschiedensten Costümen, welche grossentheilsgoldene und andere prachtvolle Geräthe trugen, aus acht bis zehn