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Erster Band.
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Buch III. Ivnp. 1. §.27.

der merkwürdigen Thatsache, dass, während Poesie Geschichte undvollends Philosophie ungeachtet der Pflege, die man ihnen ange-deihen Hess, in Alexandrien immer tiefer sanken, die sogenanntenexacten Wissenschaften und alle diejenigen, woran die Königeweniger Tlieil nehmen konnten oder mochten, also auch die Ana-tomie, glänzende Fortschritte machten? Warum aber die XatUr-geschichte, und zwar nicht allein, wie wir später sehen werden,die Botanik, sondern eben so die Zoologie von den alexandrinischenGelehrten fast gänzlich vernachlässigt wurde, da es dochletzterer weder an Material noch an Begünstigung gefehlt zu habenscheint (fanden wir doch Ptolenüios Physkon gewissermassen so-gar unter den zoologischen Schriftstellern), ist mir rüthselhaft.So lange das Märchen Glauben fand, welches auch Sprengel >),wiewohl nach Schneiders Vorgänge schon sehr beschränkt, nochaufnahm, die Bibliothek des Aristoteles und T h c o p h r a-stos, und damit zugleich sämmtliche Werke dieser beiden Män-ner, wären von den Erben des letztem in einem Keller versteckt,bis endlich Apellikon die halb vermoderten Rollen für eine hoheSumme gekauft und die unleserlich gewordenen Stellen willkürlichergänzt hätte, worauf die ganze Bibliothek durch Sulla als Sieges-beute nach Rom geschleppt wäre; hier aber wären die 'Werke desAristoteles und Thcophrastos einem Grammatiker Tyrannion indie Hände gefallen, und erst durch ihn in nachlässig gefertigten Ab-schriften zur Oettentlichkcit gelangt; — so lange dieses auf Stra-bon’s * 2 ) Auctorität gegründete, doch kritiklos aufgefasste und aus-geschmückte Märchen unbedingten Glauben fand, schien derGrund, warum die Alexandriner den von jenen beiden grossenVorgängern gebahnten Pfad naturwissenschaftlicher Forschungnicht verfolgten, auf der Iland zu liegen. Nachdem jedoch Stahr 3 )

J) Sprengel , Gesrh. der Bot. 1, S. üö f.

2) Strabo XI11, cap. 1 pag. 608 et 609 edit. Casauboni.

3) Stahr, Aristote.Ha II, S. 1 —166. Kürzer, und doch noch gründlicherbehandelt Brandis ( llandb. d. Gesch. der griech. röm. Philos. IT, Abth. II, S.66 ff.) denselben Gegenstand, und gelangt, bis auf kleinere für uns unerheb-liche Abweichungen, zu demselben Resultat.