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Huch IIT. Ivap. 1. §. 27.
seum angestellten Gelehrten speisen. Dieser Verein hat Besoldungvom Staat und einen Priester, der dem Museum vorsteht, damalsvon den Königen, jetzt vom Kaiser angestellt.‘‘ — Hiernach scheintdie ganze Anstalt einen hierarchischen Charakter zu verrathen,und da es anderweit bekannt ist, dass sich die späteren Ptolemäermehr und mehr ägyptischen Sitten, ägyptischem Cultus zuneigten,so mag sie vielleicht allmälig einen solchen angenommen haben.In frühem Zeiten zeigt sich jedoch nicht die leiseste Spur davon.Wir kennen jetzt durch Ritschl genau die Reihenfolge der sechsersten am Museum angestellten Bibliothekare, Zenodotos, Kalli-machos, Eratosthenes, Apollonios, Aristophanes , Aristarchos, welchedie Regierungsperiode der vier ersten Ptolemäer von beinaheeinem Jahrhundert ausfüllen; und nicht eines einzigen priesterlichenÜbervorstehers der ganzen Anstalt geschieht in dieser langen Zeit,und noch weit darüber hinaus, Erwähnung. „Vielleicht, sagtParthey 1 ), war das Amt des 'itoti\; (des Priesters) mehr ein Ehren-posten, der minder bedeutenden Männern übertragen wurde.“ Viel-leicht, wage ich hinzuzusetzen, bestand es unter den frühem Köni-gen noch gar nicht. Jedenfalls war die grosse, mit dem Museumso genau verbundene Bibliothek keine Tempelbibliothekund vielleicht, wie Parthey 2 ) sagt, „eben darum im Altertlnimvon einer besondern Bedeutung.“
Um so enger musste die Verbindung mit dem königlichenIlofe sein, schon wegen der Lage der Gebäude dicht am Pallast,noch mehr wegen der Theilnahme besonders der frühem undeiniger der spätem Könige an den Arbeitern der Bewohner desMuseums. Letztre mussten nothwendig Hofleute sein oder werden,was nicht ohne Einfluss auf ihre Arbeiten bleiben konnte; undschwer mag es dem sonst so milden Euklides angekommen sein,dem Ptolemäos Soter, der von ihm ohne Anstrengung Geometrieerlernen wollte, zu antworten: „Zur Geometrie führt keine könig-liche Strasse.“ Liegt vielleicht in dieser Antwort ein Schlüssel zu
1 ) Parthey a. a. 0. S. 37.
2 ) Daselbst S, SS,