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Buch IIL Kap. 1. §. 29.
wir; lind um darüber nicht dem mindesten Zweifel Kaum zu lassen,beginnt er sein fünftes Buch mit folgenden "Worten: „Ich habe vondenjenigen körperlichen liebeln gehandelt, denen am bestendie g anz e L eb en s art b e g egn et; jetzt gehe ich zu dem Tlieilder Medicin über, der mehr mi t Arzneimi11el n kämpft.“ —„Vor allem muss man das wissen, dass alle Tlieile der Medicinso verwebt sind, dass sie sich gar nicht ganz trennen lassen.Auch der Tlieil, der durch die Lebensart einwirkt, wendet mitunterein Arzneimittel an; der, welcher vorzugsweise mit Arzneimittelnkämpft, muss auch die Lebensart zu Hülfe nehmen, die bei allenkörperlichen Hebeln von grossem Nutzen ist, u. s. w.“
M eil aber bald nach Celsus die sogenannte Diätetik verdrängtvon der sogenannten Phannakeutik (beide im Sinne der Griechengenommen) mehr und mehr in den Hintergrund trat, wie schon dasWerk des Scribonius Largus über die zusammengesetzten Arznei-mittel zeigt, das doch kaum fünfzig Jahr jünger als das des Celsusist; weil sich endlich die ganze Medicin nach und nach in ein Re-gister von Arzneimitteln und eins von Krankheiten, die auf einanderBezug nahmen, auflöste: so dürfen wir uns nicht wundern, dassbes sere spätere Aerztc, die sich jenen alten Diätetikern anschlossen,den Begriff der Phannakeutik auf das beschränkten, wasw i v j e t z t Arzneimittellehre nennen, und was wir wenigstenszur Hälfte streng genommen nur als Iliilfswissenschaft der eigent-lichen Medicin betrachten können, indem die Naturgeschichte derrohen Arzneistoffe mit der (Medicin unmittelbar nichts zu schaffen hat.
Zum Tlieil scheint jedoch die Schuld des Missverständnisses,als hätten schon Celsus und die frühem Griechen in Alexandrien das Wort Phannakeutik in der modernen Bedeufuno; o;ebraucht,entweder auf Celsus selbst oder, was ich lieber glauben möchte,auf seine Abschreiber zu fallen. M ir lesen nämlich in allen unsernAusgaben des Celsus in der Vorrede zum ersten Buch da, wo ervon der Eintheilung der Medicin in Diätetik Phannakeutik undChirurgie auf die Behandlung des ersten der drei Tlieile übergeht:„Quoniam autem ex tribus medicinae partibus ut difficillima sicetiarn clarissima est ea, quae morbis medetur, ante omnia de