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Erster Band.
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Buch UL Kap. 2. §. 33.

Kiihns Meinung nicht entgegen. Dürfen wir aber darauf schonein Verdammungsurtheil des ganzen Codex gründen? und solltenSprengel und Kühn wohl mehr als die ersten Artikel vor sichgehabt haben? Kämen nicht wenigstens öftere Abweichungenvon Dioskorides vor, wozu hätte man sie ihm an den Hand sie-schrieben? Und wären sie sämmtlich so unbedeutend wie diebeiden ersten, was hätte "Weigcln, dem man doch ein compctentesUrtheil zugestehen wird, veranlasst sie abzuschreiben und bekanntmachen zu wollen? Und wie ernstlich das seine Absicht war, undwoher seine Abschrift stammte, darüber fand ich endlich nachvielem Suchen ein paar unumstössliche Beweise. In einem Schreibenaus Wien an Baidinger ') spricht er weitläuftig über die Pflanzen-abbildungen der wiener Handschrift des Dioskorides, und sehliesstmit den Worten: „Die zum Tlieil wichtigen Varianten und dienoch ungedruckten Kapitel beider Handschriften (des sogenanntenneapolitanischen und constantinopolitanischen), so wie die imconst. Codex befindlichen Fragmente des Kyuisccii; öt'imn-U 0 S ', kommen in meine künftig erscheinenden Anecdota bibliothe-cae Vindobonensis. Weigel.“ Das Hess Baidinger im Jahr 1793drucken. Drei Jahr darauf 1796 machte Sprengel 2 ) selbst dieausführliche Ankündigung jener Anecdota seines Freundes Weigelbekannt, und darin steht unter nr. 3: ,.Kuuitvov tov mtmofior(fcCoutvu, aus dem alten Codex des Dioskorides in der wienerBibliothek abgeschrieben.“ Es war also ein Gedächtnissfehler,dass Sprengel 2l Jahr später aus der wiener eine venetianerHandschrift machte, und — eine Vision, dass das die Handschriftsei, von der Anguillara spricht! Suspendiren wir nach dem allenlieber das Endurtheil, bis die Fragmente, die nur vier Quartblätterfüllen sollen, endlich einmal gedruckt, oder wenigstens von einemPhilologen, der zugleich Botaniker ist, untersucht sein werden.

Dionysios, nach Plinius der zweite Schriftsteller über

t) In Baidinger’s medicin. und physischem Journal , Stück AAA /1 1793,Seile 6 ff.

Spreng eis Beiträge ~ur Ciesch. der Medicin , Stück 111, 1796, S. 266 ff.