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Buch III. Kap. 2. §. 34.
§• 34.
Verlorene griechische Schriftsteller über Heil- oderNahrungsmittel von unbestimmtem Alter.
Noch sind einige Schriftsteller zu nennen, die theils unzwei-felhaft theils wahrscheinlich zu den vorgenannten gehören, ihnenaber nicht eingereihet werden konnten wegen unsrer Unkenntnissihrer Zeit. Einige andre füge ich hinzu, die vielleicht viel späterlebten als Augustus, weil sie von meinen Vorgängern unter diealtern gestellt wurden, und doch irgendwo genannt werden müssen.Ich beschränke mich aber auf diejenigen, deren Werke entwederwirklich einigen botanischen Gehalt gehabt zu haben scheinen, oderdenen meine Vorgänger ohne Grund einen solchen zuschrieben.Denn auch Irrthümer, zumal bedeutender Männer, zu berichtigen,ist des Geschichtschreibers Pflicht.
Mnesitheos der Athenäer, ein ausgezeichneter Arzt derdogmatischen Secte 1 ), war älter als Varro (geboren 116, gestor-ben um 27 v. Chr.), der einige Worte von ihm in eine seinermenippischen Satiren aufnahm 2 ); näher lässt sich sein Zeitalternicht bestimmen. In seinem Werk über die Nahrungsmittel(t iQi aöaaiuiv nach Athenäos, naiii adauudiiov nach Galenos )scheint er bei den Pflanzen von physiologisch - morphologischenPrincipien ausgegangen zu sein, und neben der blossen Erfahrungauch dem Gedanken sein Recht eingeräumt zu haben, ein Verfahren,was schon an sich Anerkennung verdient, zumal in jener geistes-dürren Zeit. Galenos stellt ihn in seinem eigenen Werke überdie Kräfte der Nahrungsmittel 3 ) dem D i o k le s gegenüber, der nurdie Erfahrung gelten liess, wogegen jener behauptete, schon inder Verschiedenheit der Pflanzenorgane, welche die Nahrungs-mittel lieferten, läge ein Fingerzeig ihrer verschiedenen Beschaffen-
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1) \ ergl. Sprengel Gesch. d. Med. I, 5. 478, mit Rosenbaums An-merkungen.
2) Bei Gellius, noct. all. XJIT, cap. SO.
3) Galen, opera edid. Kühn vol. VI, pag. 451.