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Erster Band.
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Buch III. Kap. 3. §. 35.

So bleibt denn für das Auftauchen der orphischen Son-dernaturen nur die Regierungsperiode des zweiten PtolemäosPhiladelphos übrig, die Zeit, worin die Bibliomanie jener Für-sten in frischer Bliithe stand, den Preis seltener und alter Hand-schriften zu unmässiger Höhe steigerte, und, von grammatischerKritik noch wenig begleitet, der Fälschung Thür und Thor öff-nete; die Zeit des Zusammentreffens attischer Ueberfeinerung, diefür sich schon so leicht aus Unglauben in Aberglauben umschläo-tmit Aegyptens alt geheimnissvollem Tempeldienst und mit desHofes orientalischer Genusssucht: grade die rechte Zeit, der rechteBoden liir das neue Giftkraut.

Erhalten hat sich wenig von den orphischen und archelaischenSondernaturen, die Pflanzen Betreffendes gar nichts, ihren Geistzu verrathen mehr als genug. — „Pfeile, ohne die Erde zu be-rühren aus dem Körper gezogen, und unter das Bette gelegt , er-weckten Liebe, sagen Orpheus und Archelaos; sogar Epilepsie heilte der Genuss von Fleisch wilder Thierc, erlegt mit derselbenWaffe, womit ein Mensch umgebracht worden. 1 )“ — Mehr derArt, hoffe ich, erlassen mir meine Leser. Auch ein Gedicht überGiftmischerei verfasst zu haben, beschuldigt Galenos den Or-pheus. „Die Zubereitung zusammengesetzter Gifte zu lehren,sagt er 2 3 ), scheint mir unrecht, wiewohl Viele Vorschriften dazugegeben haben, wie Orpheus der Theologe und der neuere Bo-los Mendesios (so lese ich mit Keinesius statt Iloros Mendc-sios) und Heliodoros Athenäos der tragische Dichter undAratos und einige Andere.“ Er rühmt die schönen Verse, wäh-rend er den Inhalt streng tadelt. Unter Aratos können wir nurden berühmten Sänger der Sternbilder verstehen, der etwa 270v. Chr. am Hofe des Antigonos Gonatas blühete; jeder anderemusste von diesem durch einen Zusatz unterschieden werden. DenBolos Mendesios werden wir bald näher kennen lernen; er

1 ) Plin. XX \///, cap. 4 sect. 6.

2 ) Galeni opp. ed. Kühn XIV, pay. 144.

3 ) tifobaei florileg. serm. 242.