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Buch III. Kap. 4. §.39.
sie (len Giften entgegen wirkten, indem er ihre "Wirkungen anVerbrechern, die zum Tode verurtheilt waren, erprobte.“
§. 39.
Mithridat es, König von Kontos.
Bei Mithridates ist es nach vielen übereinstimmenden Zeug-nissen nur zu gewiss, dass er auf die so eben beschriebene \Y eiseexperimentirte. Ob das, wie man anzunehmen pflegt, wissen-schaftliche Studien waren? Ob der König überhaupt jemals der-gleichen gemacht hat? Man rühmt auch seine Sprachkenntniss,und mit Recht, auch sie verrathen den hoch begabten Geist, nurnicht grade den wissenschaftlichen. Hatte er doch täglich Wichtig-stes mit Männern aller Zunge zu verhandeln. Wo hätte er auchZeit und Sammlung finden sollen zu wissenschaftlichen Bestre-bungen bei seinem von früh an bewegten Leben, bei der Regierungeines ausgedehnten, aus widerstrebenden Elementen gewaltsam zu-sammengekneteten Reichs, bei dem dreissigjährigen Kampf mitRoms unendlicher Ueberlegenheit? Die Hauptstelle bei Plinius 1 ),aus der man den Mithridates ganz anders auffässen zu müssenglaubte, rücke ich hier ein. Plinius spricht von den vielgepriesenenArzneikräften der Pflanzen, welche die Römer, den Cato und Val-gius ausgenommen, mehr als billig vernachlässigt hätten; dannfährt er fort: „Vorher hatte darüber bei uns, so viel ich fand, nurLenaus, der Freigelassene Pompejus des Grossen geschrieben, zudessen Zeit diese Wissenschaft meines Wissens zuerst zu uns ge-langte. Denn Mithridates, der grösste König seinerzeit, welchenPompejus bekämpfte, wird nicht bloss der Sage nach, sondernerwiesenermassen für besorgter um sein Leben, wie irgend jemandzuvor, gehalten. Ihm allein kam es in den Sinn, täglich nachdem Gebrauch eines Gegengiftes Gift zu nehmen, um es durchdie Gewöhnung daran unschädlich zu machen. Er zuerst erfandallerlei Gegengifte, von denen eins (der Mithridat) noch jetztseinen Namen trägt. Für seine Erfindung hält man es, den Gegen-
1 ) PI in, hist, not, XXV, cap. 2 sect. 3.